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Werde Teamer_in beim NDC!

Werde Teamer_in beim NDC – Netzwerk für Demokratie und Courage!

Zeig Courage und werde Teamer_in beim NDC!
Sicher hast Du auch schon bemerkt,
dass in unserer Gesellschaft rassistische Tendenzen
immer stärker zu spüren sind.
Vielleicht warst Du auch schon mal wütend
und hilflos dumpfen Stammtischparolen ausgeliefert.
So geht es vielen Jugendlichen in ganz Deutschland.
Deshalb haben wir gemeinsam mit vielen jungen Leuten die Projekttage
„Für Demokratie Courage zeigen“ ins Leben gerufen.
Wir wollen jenseits von Belehrungsrhetorik
und erhobenem Zeigefinger deutlich machen,
dass Rassismus keine Meinung, sondern Menschenfeindlichkeit ist.

Wie geht’s?

Alle unsere Projekttage werden von zwei ausgebildeten Teamer_innen durchgeführt.
Wir gehen in Schulen, Ausbildungsbetriebe und Jugendgruppen.
Wer glaubt, „wir reden nur mal drüber…“, hat sich getäuscht.
Bei uns geht’s mit verschiedenen Konzepten und Methoden ans Eingemachte.
Deinem eigene Meinung ist gefragt.
In einer einwöchigen Teamschulung wirst Du von erfahrenen Trainer_innen für
die Durchführung der Projekttage fit gemacht.
Dort lernst Du die Konzepte der Projekttage kennen und
übst Dich in Methodik und Moderation.
Nach der Schulung hospitierst Du bei einem Projekttag und schaust
Dir an, wie das Ganze funktioniert,
bevor Du dann selbst im Zweierteam loslegen kannst!

Wer kann mitmachen?

Wenn Du zwischen 18 und 30 Jahre alt bist und Lust hast, Dich mit den Themen
Neonazismus, Rassismus und Zivilcourage auseinander zu setzen und mit anderen
jungen Leuten die NDC-Projekttage zu teamen, bist Du hier genau richtig!
Interesse ist das einzige, was du an Voraussetzungen mitbringen solltest. Dafür
gibt’s dann Spannung, Spiel und neues Wissen. Schüler_innen, Student_innen,
Azubis, Berufstätige, Arbeitslose, FSJler_innen und FÖJler_innen und und und…
haben sich schon zu Teamer_innen ausbilden lassen.

Wann geht’s los?

Die nächsten Teamschulungen:
12. März bis 18. März 2018
17. September bis 23. September 2018

Die Teilnahme ist für Dich kostenlos!
Melde dich an unter https://www.netzwerk-courage.de/ndc-pt/Account/Register
Finde weitere Infos unter http://www.netzwerk-courage.de
und http://vimeo.com/102763410
Kontakt: r.blum@lago-bw.de

Pressemitteilung zur Ablehnung des Antrags im Gemeinderat der Stadt Mannheim zur Entziehung der finanziellen Unterstützung für das JUZMannheim

Am heutigen Montag hat der Gemeinderat der Stadt Mannheim einen Antrag der
CDU abgelehnt, der die restlose Streichung der finanziellen Unterstützung des
selbstverwalteten Jugendzentrums Friedrich Dürr (JUZ) vorgesehen hätte. Somit
stellt die Stadt Mannheim weiterhin Gelder zur Verfügung, die den Erhalt des JUZ
gewährleisten und sichert dadurch die Pluralität der Angebotsstruktur der
städtischen Jugendarbeit.

Es freut uns, dass sich im Gemeinderat keine Mehrheit für den Antrag gefunden
hat und dass die Mehrheit der Mitglieder des Gemeinderates das JUZ weiterhin
als eine wichtige Einrichtung im Mannheimer Stadtbild ansieht und dessen Arbeit
als zentralen Beitrag honoriert.

Die Entscheidung des Gemeinderates ist eine Bestätigung für das politische,
soziale und gesellschaftliche Engagement der vielen aktiven Schüler*innen,
Studierenden, Arbeitenden, Rentner*innen, Migrant*innen, Geflüchteten und
vielen, vielen mehr, die sich für ein offeneres, toleranteres und demokratischeres
Mannheim einsetzen.

Wir bedanken uns bei allen JUZ-Aktiven, allen Ehrenamtlichen, allen
Stadträt*innen, die sich für uns eingesetzt und für uns gestimmt haben, den
Vertreter*innen des Stadtjugendrings, allen sich solidarisch erklärten Gruppen,
Initiativen, Vereinen und Einrichtungen und allen anderen Menschen, die wir hier
nicht alle einzeln aufzählen können. Damit meinen wir wirklich alle, die in der
letzten Woche ihren Arsch für die Erhaltung des JUZ aufgerissen haben. Es war für
uns ein sehr beeindruckendes Erlebnis, wie viele für unser Jugendzentrum sowie
seine Grundsätze einstehen und für wie viele dies ein zentraler Ort in Mannheim
ist.

Wir freuen uns auch in Zukunft unsere zahlreichen Veranstaltungen und Angebote
vom Sprachkurs bis zum Yoga und vom Konzert bis zur politischen Diskussion
gemeinsam mit Jugendlichen aus und um Mannheim veranstalten zu können.
Danke für eure Solidarität! #JUZbleibt

Die JUZ-Aktiven
11.12.2017

Pressemitteilung als PDF

Werde Teamer_in beim NDC – Netzwerk für Demokratie und Courage!

Werde Teamer_in beim NDC – Netzwerk für Demokratie und Courage!

Zeig Courage und werde Teamer_in beim NDC!
Sicher hast Du auch schon bemerkt, dass in unserer Gesellschaft rassistische Tendenzen immer stärker zu spüren sind. Vielleicht warst Du auch schon mal wütend und hilflos dumpfen Stammtischparolen ausgeliefert. So geht es vielen Jugendlichen in ganz Deutschland. Deshalb haben wir gemeinsam mit vielen jungen Leuten die Projekttage „Für Demokratie Courage zeigen“ ins Leben gerufen. Wir wollen jenseits von Belehrungsrhetorik und erhobenem Zeigefinger deutlich machen, dass Rassismus keine Meinung, sondern Menschenfeindlichkeit ist.

Wie geht’s?
Alle unsere Projekttage werden von zwei ausgebildeten Teamer_innen durchgeführt. Wir gehen in Schulen, Ausbildungsbetriebe und Jugendgruppen. Wer glaubt, „wir reden nur mal drüber…“, hat sich getäuscht. Bei uns geht’s mit verschiedenen Konzepten und Methoden ans Eingemachte. Deine eigene Meinung ist gefragt. In einer einwöchigen Teamschulung wirst Du von erfahrenen Trainer_innen für die Durchführung der Projekttage fit gemacht. Dort lernst Du die Konzepte der Projekttage kennen und übst Dich in Methodik und Moderation. Nach der Schulung hospitierst Du bei einem Projekttag und schaust Dir an, wie das Ganze funktioniert, bevor Du dann selbst im Zweierteam loslegen kannst!

Wer kann mitmachen?
Wenn Du zwischen 18 und 30 Jahre alt bist und Lust hast, Dich mit den Themen Neonazismus, Rassismus und Zivilcourage auseinander zu setzen und mit anderen jungen Leuten die NDC-Projekttage zu teamen, bist Du hier genau richtig! Interesse ist das einzige, was du an Voraussetzungen mitbringen solltest. Dafür gibt’s dann Spannung, Spiel und neues Wissen. Schüler_innen, Student_innen, Azubis, Berufstätige, Arbeitslose, FSJler_innen und FÖJler_innen und und und… haben sich schon zu Teamer_innen ausbilden lassen.

Wann geht’s los?
Die nächsten Teamschulungen:
30. Oktober – 05. November 2017
05. – 10. Dezember 2017
Die Teilnahme ist für Dich kostenlos!

Melde dich an unter https://www.netzwerk-courage.de/ndc-pt/Account/Register
Finde weitere Infos unter http://www.netzwerk-courage.de
und http://vimeo.com/102763410
Kontakt: n.kaiser@lago-bw.de

Die Offene Fahrradwerkstatt sucht Verstärkung

Die Offene Fahrradwerkstatt sucht Verstärkung

Wie ihr wisst, findet einmal im Monat bei uns im Juz „Friedrich Dürr“ die offene Fahrradwerkstatt statt. Seit fast genau drei Jahren öffnen wir immer am zweiten Sonntag im Monat für mehrere Stunden die Juz-Werkstatt und unterstützen euch mit Werkzeug und Tipps beim Reparieren und Verbessern eurer Drahtesel. Damit wir diesen Termin auch in Zukunft weiter anbieten können, suchen wir aktuell Mitstreiter*innen für eine Welt mit weniger Auto- und mehr Radverkehr. Vorkenntnisse sind nicht nötig, bei uns gilt Learning-by-doing und wir bringen uns gegenseitig alles bei, was wir brauchen. Wir freuen uns über jede*n, der oder die Lust hat, anderen zu helfen und einen Sonntagnachmittag im Monat für mehr Radmobilität zu geben. Ihr erreicht uns über fahrradworkshop(ätt)juz(minus)mannheim(punk-t)de!

Café Welcome goes „Solimate“

Bild Solimate JUZ

 

Solidrinks unterstützen jedes Jahr mit dem Verkauf jeder Flasche Solimate Projekte von und mit geflüchteten Menschen.

Diese Jahr haben wir die Möglichkeit bekommen, dass unser „Café Welcome“ durch Solidrinks unterstützt wird.

Hier die erste Flasche Solimate mit unserem Solishout fürs Café Welcome!!!

 

 

 

 

 

 

 

„Zeit zum Protest“ – Ein Protestbrief an das Regierungspräsidium KA mit der Forderung, die diskriminierenden Lebensverhältnisse im BFV zu beenden!

Zeit zum Protest

Protestbriefe an das Regierungspräsidium Karlsruhe

Ein Aufruf von Aktion Bleiberecht Freiburg an kommunale Politiker.innen, politische und humanitäre Gruppen, an Gewerkschaften und Flüchtlingsinitiativen in Mannheim und Baden-Württemberg. Unterstützt die Geflüchteten in der Benjamin Franklin Village. Tragt zu einer schnellstmöglichen Beendigung der diskriminierenden Lebensverhältnisse im BFV in Mannheim bei. Aktion Bleiberecht unterstützt aktuell eine Familie, die beim Verwaltungsgericht Karlsruhe eine Leistungsklage gegen die prekären Lebensbedingungen und die unangemessene /wahllose Überwachung eingereicht hat. Die Klage richtet sich gegen das Land Baden-Württemberg. Jede Person hat ein Recht auf Rechte. Dieses Recht wird jedoch nicht immer und nicht jedem gewährt. In den letzten Jahren wurden die Aufenthaltsrechte von Geflüchteten zunehmend eingeschränkt. Dies zeigt sich insbesondere in der BEA Mannheim. Den fatalen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen muss widersprochen werden. Menschen werden entmündigt und bevormundet. Nach der neuen Gesetzgebung trifft es Asylantragsteller.innen aus so genannten ’sicheren Herkunftsländern‘, Asylfolgeantragsteller.innen, Menschen ohne Identitätspapiere und bald auch Personen, denen man eine ‚geringe Bleiberechtsperspektive‘ unterstellt. Ein Leben in so prekären Umständen birgt zudem ein hohes Konfliktpotential unter den Bewohner.innen. Bewohner.innen vom BFV haben uns gegenüber eine umfassende Kritik an den Lebensbedingungen in der Unterkunft geäußert. Eine beauftragte Security kontrolliert die Personalien und durchsucht Taschen. Einzelne Personen werden gescannt, die An- bzw. Abwesenheit wird erfasst – auch von Besucher.innen. Wer sich als Bewohner.in bei der Security beim Verlassen des Geländes nicht abmeldet, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Die Wohnungs- und Zimmertüren haben keine Schlösser und sind nicht abschließbar. Eine Intim- und Privatsphäre ist kaum möglich. Es sind keine abschließbaren Schränke vorhanden, um Wertsachen unterzubringen. Da Kühlschränke nicht erlaubt sind, können Lebensmittel nicht gekühlt werden. Fernseher sind nicht erlaubt. Sämtliche Elektrogeräte, vom Haartrockner bis zur Kochplatte, sind verboten. Infolge der Bestimmungen kommt es zu regelmäßigen Zimmerdurchsuchungen. Bei der Essensverteilung mittags und abends wird die Anwesenheit überprüft. Dadurch können umfassende Bewegungsprofile erstellt werden. Um die Gesamtsituation in der BEA Mannheim zu erfassen und zu verändern, braucht es jetzt einen fairen Austausch mit den Bewohner.innen des Sammellagers. Es bedarf Beteiligungsmöglichkeiten, ein Mitsprache-und Entscheidungsrecht bei Themen, von denen sie persönlich betroffen sind. Hierfür wäre die Einrichtung einer neutralen Beschwerdestelle vonnöten. Dort können Bewohner.innen Kritik äußern, ohne Nachteile befürchten zu müssen. Wir stützen unsere Forderungen auf die Gemeindeordnung von Baden-Württemberg. Demzufolge ist die Gemeinde dem Wohl ihrer Einwohner verpflichtet. Hierzu zählen auch die Einwohner der BEA, wenngleich der Betreiber der Massenunterkunft das Land Baden-Württemberg ist. So kann auch das Gemeindeparlament in Mannheim auf die beschriebenen Lebensverhältnisse zum Wohl und im Interesse der Einwohner in der BEA-Mannheim Einfluss nehmen. Mit dem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe möchte die Familie, wie auch Aktion Bleiberecht Freiburg rechtliche Klärung über die Zulässigkeit beschriebener Verhältnisse erreichen.

Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Unterzeichnet den Aufruf.

Nehmt Kontakt mit uns auf.

Protestbriefe /-erklärungen an:

Regierungspräsidium Karlsruhe
Abteilung 9, Flüchtlingsangelegenheiten… Referate 91 -93
Felsstraße 2
76185 Karlsruhe

Bitte eine Kopie des Protestbriefes schicken an:

Aktion Bleiberecht Freiburg
Adlerstr. 12
79098 Freiburg
www.aktionbleiberecht.de
info@aktionbleiberecht.de
https://www.facebook.com/aktionbleiberecht/

Sprachkurs Deutsch / Language Courses 2018

Sprachkurs Deutsch für junge Flüchtlinge und Migrant*innen

(english version below)

Ab März bis einschließlich Dezember 2018 gibt es im Jugendzentrum “Friedrich Dürr” (JUZ) in der Neckarstadt wieder kostenlose Sprachkurse in Deutsch für junge Flüchtlinge und Migrant*innen. Die Kurse sind offen für Anfänger*innen und Fortgeschrittene.

Kurszeiten:
montags 14:00 – 15:30 Uhr (Kursstart Montag der 19.03.2018)
dienstags 14:00 – 15:30 Uhr
mittwochs 14:00 – 15:30 Uhr
donnerstags 14:00 – 15:30 Uhr

Die Kurse finden im Jugendzentrum “Friedrich Dürr” (JUZ) statt.
Adresse:
Käthe-Kollwitz-Str. 2-4
68169 Mannheim
(Neuer Messplatz)

Free German language courses for young refugees and immigrants!

From March till December 2018 there will be free German language courses for young refugees and immigrants in the Mannheim Neckarstadt youth centre (JUZ). Courses are suitable for beginners and advanced learners.

Times:
mondays 14:00 – 15:30 h (starts on monday 19th of march 2018)
tuesdays 14:00 – 15:30 h
wednesdays 14:00 – 15:30 h
thursdays 14:00 – 15:30 h

The courses take place at the Mannheim youth centre / Jugendzentrum „Friedrich Dürr“.
Adress:
JUZ Mannheim
Käthe-Kollwitz-Str. 2-4
68169 Mannheim
You can reach the Jugendzentrum with trams 1 and 3 (Station „Neuer Messplatz“).

Unterstützenswerte Veranstaltung: „Kongress gegen den neuen Rechtsruck“

Am Samstag den 11.01.2017 veranstaltet INPUT-Mannheim/Heidelberg im Jugendkulturzentrum Forum in Mannheim von 10 – 17 Uhr den „Kongress gegen den neuen Rechtsruck“:

 

Neurechte Projekte wie die AFD, Pegida oder „Besorgte Bürgerintiativen“ sind inzwischen zu einer ernstzunehmenden Bewegung herangewachsen. Die „neue“, in der Mitte der Gesellschaft verankerte Rechte ist aktiv und anschlussfähig – ihre rassistischen und reaktionären Positionen werden von vielen Menschen geteilt.

Altbewährte antifaschistische Konzepte bleiben gesellschaftlich wirkungslos oder scheinen den Neurechten sogar in die Hände zu spielen. Auch die klassischen „Bündnisse gegen Rechts“ stoßen zusehend an ihre Grenzen. Die Präsenz der Neurechten reduziert sich nicht mehr nur auf einzelne „Events“ wie es bei den klassischen Naziaufmärschen der Fall war.

Es gibt viele Gruppen, die sich durch die aktuelle Stärke neurechter Strömungen herausgefordert oder bedroht fühlen. Für sie wird die Frage, nach einem adäquaten Umgang mit ihnen immer dringlicher:

-Wie gehen Gewerkschaften damit um, dass viele ihrer Mitglieder für eine Partei stimmen, die unsolidarische Positionen vertritt?
-Was macht die Antifa gegen eine Partei, die innerhalb kürzester Zeit gesellschaftlich akzeptierter ist als es die NPD jemals war?
-Wie reagieren Feminist*innen auf die sexistischen und immer populärer werdende Rollenbilder der Neurechten?
-Wie organisieren sich von Rassismus Betroffene, wenn ihnen Rassismus in Parlament und Alltag entgegen schlägt?

Wir haben Menschen aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen eingeladen, um ihre Positionen und ihren Umgang mit dem Rechtstrend zu diskutieren. Anschließend wollen wir gemeinsam Handlungsmöglichkeiten ausarbeiten.

Wie gehen wir mit den jüngsten Entwicklungen um? Wir glauben, dass die verschiedenen Gruppen voneinander lernen und gemeinsam Positionen und Aktionen gegen Rechts entwickeln können.
Uns bewegt die Frage, wie ‚linke‘ Ideen wieder attraktiver werden können, warum sie es zur Zeit nicht sind, und was das vielleicht auch mit uns zu tun hat.

Kennenlernen und Austausch bilden den Rahmen des Tages. Besonderes Vorkenntnisse braucht ihr nicht.

http://inputma.blogsport.de/2017/01/10/start/

https://www.facebook.com/events/347793565594368/
Kongress gegen den neuen RechtsruckKongress_Programm

Pressemitteilung der Vollversammlung des JUZ Friedrich Dürr: Stellungnahme zur kleinen Anfrage der CDU

Pressemitteilung der Vollversammlung des JUZ Friedrich Dürr vom 23.01.2017

 

Stellungnahme zur kleinen Anfrage der CDU zum Thema „Politisch motivierte Kriminalität und extremistische Bestrebungen im Bereich des Polizeipräsidiums Mannheim“


Der Weinheimer Landtagsabgeordnete Georg Wacker (CDU) stellte im Oktober vergangenen Jahres eine kleine Anfrage zum Thema „Politisch motivierte Kriminalität und extremistische Bestrebungen im Bereich des Polizeipräsidiums Mannheim“ an das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg. In der Antwort des Ministeriums vom 15.11.2016 wird unter Zuhilfenahme von Informationen des Landesamtes für Verfassungsschutz mehrfach unser Jugendzentrum in Selbstverwaltung als Ort für „linksextremistische Ereignisse“ genannt und somit – durch die Thematik der Anfrage – in die Nähe von Kriminalität und „extremistischen Bestrebungen“ gerückt. Kritiklos übernahm daraufhin das Onlineportal des Mannheimer Morgen am 28.11.2016 die Antwort des Innenministeriums. In einem ausführlichen Artikel wird die Vollversammlung des Jugendzentrums neben NPD-Veranstaltungen unter „extremistischen Umtrieben in der Region“ angeführt.

Das JUZ in der Antwort des Innenministeriums

Als „regelmäßige linksextremistische Ereignisse“ werden das Offene Antifaschistische Treffen (OAT), das Freiraum-Café und die Vollversammlung unseres Jugendzentrums aufgeführt. Außerdem berichtet das Innenministerium respektive der Verfassungsschutz von einer gemeinsamen Filmvorführung der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) und des OAT, der Jubiläumsfeier des AK Antifa, der Feier anlässlich des Tags der Befreiung am 8. Mai und von einem Vorbereitungstreffen „verschiedener linksextremistischer Gruppierungen“ zur 1. Mai-Demonstration. Die genannten Veranstaltungen fanden im JUZ statt und dienen als Antwort auf die Frage nach Veranstaltungen von „extremistischen Gruppierungen“.

Jugendzentrum in Selbstverwaltung „Friedrich Dürr“

Das JUZ ist ein Ort, an dem Menschen jenseits kapitalistischer Verwertungslogik ihr Leben selbst gestalten können. Es bietet die Möglichkeit sich ohne Konsumzwang zu treffen, auszutauschen und zu organisieren. Durch das Engagement vieler junger Menschen finden im JUZ regelmäßig politische Veranstaltungen und unkommerzielle Partys und Konzerte statt. Als Mitglied des Stadtjugendrings ist das JUZ mit anderen Jugendorganisationen in Mannheim gut vernetzt. Durch kostenlose Sprachkurse hilft das JUZ bei der Integration junger Geflüchteter und bietet diesen ein offenes und hilfsbereites Umfeld. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten in der Stadt hat das JUZ den Anspruch ein diskriminierungsfreier Raum zu sein – ohne Rassimus, Antisemitismus, Nationalismus, Sexismus und Homophobie!

Dieser Anspruch wird auch mit der Namensgebung des JUZ deutlich: Friedrich Dürr war als Widerstandskämpfer in Mannheim und im KZ Dachau gegen den Faschismus aktiv. Im Dachauer Aufstand wurde er kurz vor der Befreiung durch die Allierten von den Nazis erschossen. Der Name „Friedrich Dürr“ soll daran erinnern, dass konsequenter und unbeugsamer Antifaschismus trotz erbarmungsloser Unterdrückung und Repression durch die Nationalsozialisten existierte und dass dieser nach wie vor notwendig ist.

Standpunkt des JUZ zur Antwort des Innenministeriums

Aktiven Antifaschismus und den Kampf für eine solidarische Gesellschaft sehen wir aus historischer Verantwortung und unserem politischem Selbstverständnis als notwendig und legitim an. Wir wehren uns jedoch dagegen, dass unser Jugendzentrum oder Veranstaltungen im JUZ durch das Innenministerium und den Verfassungsschutz mit „politisch motivierter Kriminalität“ in Verbindung gebracht werden.

Die Extremismustheorie, aufgrund derer das JUZ als Ort für „linksextremistische“ Ereignisse genannt wird, lehnen wir entschieden ab. Die Mitglieder der Gesellschaft werden bei dieser Theorie in einer Art Hufeisen angeordnet: In der Annahme einer demokratischen Mitte, welche sich gemäß der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (FDGO) verhält, existieren demnach „Extreme“, die die bestehende Gesellschaftsordnung verändern wollen. Beide „Extreme“ – rechts und links – werden unabhängig ihrer Motive und Ziele gleichgesetzt und als Gefahr für die FDGO angesehen. Völlig ausgeblendet wird hierbei, dass menschenverachtende Einstellungen auch in der „Mitte“ der Gesellschaft weit verbreitet sind. Auch der Nationalsozialismus wurde in Deutschland von einer breiten Mehrheit, der „Mitte“, stillschweigend toleriert und unterstützt.

JUZ – extrem demokratisch!

Wir als Aktive im JUZ setzen uns für die Gleichberechtigung und -behandlung aller Menschen ein – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Deshalb empfinden wir es als blanken Hohn vom Innenministerium und dem Verfassungsschutz auf Grundlage der Extremismustheorie mit rechten Menschenfeinden gleichgesetzt zu werden. So werden beispielsweise unsere basisdemokratischen Entscheidungsstrukturen (Vollversammlung) und unser vielfältiges ehrenamtliches soziales Engagement mit autoritären Denk- und Verhaltensmustern sowie rassistischen Gewalttaten von Rechten auf eine Stufe gestellt. Die Institution „Verfassungsschutz“ lehnen wir aufgrund seiner Verstrickung in rechte Aktivitäten (wie zum Beispiel der Unterstützung des NSU) und der massiven Überwachung linker Strukturen ab. Die Zielsetzung der Arbeit des Verfassungsschutzes wird auch in der Antwort auf die kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten aus Weinheim deutlich: Linke Aktivitäten nehmen sechs Seiten in Anspruch, während die Beobachtungen des Verfassungsschutzes zu rechten Aktivitäten auf eine Seite passen…



Link zur Homepage des JUZ „Friedrich Dürr“:

www.juz-mannheim.de/

Link zur Anfrage und der Antwort des Innenministeriums:

www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/0000/16_0843_D.pdf

Link zum Mannheimer Morgen Artikel:

http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/rechte-und-linke-straftater-machen-polizei-zu-schaffen-1.3059578