JUZ Friedrich Dürr

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Author Archives: friedrich

Nachruf Franz

Am 18. Juni ist unser Genosse Franz im Alter von 71 Jahren verstorben. Franz war über Jahrzehnte aktiv in der linken Bewegung in Mannheim und bis zuletzt ein aktiver und präsenter Teil des offenen Antifaschistischen Treffens. Dort, wie auch im Linken Zentrum Ewwe Longt’s oder im von ihm mitgepflegten Infoladen im JUZ Friedrich Dürr war er bis zuletzt anzutreffen.

Aus einem Gespräch mit Franz ging man immer klüger heraus, als man gekommen war: Sein unermesslicher Wissens- und Erfahrungsschatz war beeindruckend. So traf man ihn in der kleinen Bibliothek des Ewwe Longt’s wie er, auf der Suche nach einem Zitat das er in einem Online Artikel gelesen hatte, sämtliche Marx Werke durchwühlte, weil er das Zitat in seiner Ausgabe einfach nicht finden konnte. Selbst einmal Buchhändler gewesen, hatte er diesen Wissensschatz nicht nur aus seinen unzähligen Büchern: Als freiberuflicher Journalist nahm er auch so viele Jahre aufmerksam und vor allem kritisch am politischen und kulturellen Leben Teil, egal ob in Mannheim oder seiner Heimatstadt Ludwigshafen. Das Weltgeschehen verfolgte er bis zuletzt — eine erste, und manchmal sehr ausführliche, Einschätzung und Meinung schon parat. Auch war Franz leidenschaftlicher Musiker, initiierte die antifaschistische Songgruppe des OATs und gab mit 66 im Film “Und Morgen die ganze Welt” sein Schauspieldebüt. 

Man mag es glauben oder nicht: All das ist nur ein kleiner Teil seines bewegten und  aufregenden Lebens, das immer vor allem von einem geprägt war: Einer unerschütterlichen Beharrlichkeit. Franz, als Alt-68er, ist seinen Überzeugungen immer treu geblieben, hat sich stets seinen eigenen Kopf bewahrt und sich nie verbiegen lassen. In den letzten Jahren blickte er mit besonderer Sorge auf den aufkeimenden Militarismus und die rechtsautoritären Tendenzen der BRD, Themen, zu denen er in großer Regelmäßigkeit ausschweifende Redebeiträge auf unserem offenen Treffen hielt. Auch deshalb war Franz beinahe allen bekannt, die auf unserem Treffen [unsere Veranstaltungen besuchen] gewesen sind. Über 50 Jahre war Franz politisch aktiv und das mit einem Tatendrang, der bisweilen seines gleichen suchte. Noch im Krankenhausbett erklärte er uns, dass er seinen Aufenthalt im Pflegeheim nutzen werde, um die rechten Strukturen im Stadtteil auszuspähen. Schließlich würde ihn, mit über 70 Jahren, ja niemand mehr verdächtigen.

Auch die Musik war bis zuletzt ein konstanter Bestandteil seines Lebens. Er konnte unzählige Instrumente spielen, begleitete über Jahre mit der Gitarre die schiefen Stimmen des Arbeiter*innenliederchors und schaffte es sogar, dass das ungestimmte alte Klavier im JUZ melodisch klang, wenn er darauf klimperte.

Franz sagte noch vor einem Jahr zu uns, dass er nicht gedacht hätte, dass er mal über 30 Jahre alt wird. Jetzt ist er, nach längeren Krankheit und mit einem für sein bewegtes Leben stolzen Alter von 71 Jahren, von uns gegangen.

NEU: Ausschreibung Honorarstelle Sprachkurs im JUZ Mannheim

Ausschreibung Honorarstelle Sprachkurs im JUZ Mannheim

Kursleiterin (m/w/d) Sprachkurs Deutsch im JUZ gesucht!

Das JUZ sucht ab September 2026 eine neue Honorarkraft (m/w/d) zur Kursleitung des „Sprachkurs – Deutsch für Migrant*innen und Geflüchtete“.


Tätigkeitsbeginn: September 2026
Umfang: 2 Tage × 2 Stunden / Woche
Honorar: 20 Euro / Stunde

Beschreibung der Maßnahme:
Auch dieses Jahr veranstaltet das Jugendzentrum in Selbstverwaltung „Friedrich Dürr“ in
der Mannheimer Neckarstadt Sprachkurse in Deutsch für junge Migrant*innen und Geflüchtete. In zwei von unseren erfahrenen Honorarkräften angeleiteten Lerngruppen von 10 bis maximal 20 Teilnehmenden soll die Sprachförderung Deutsch für Anfänger*innen im Mittelpunkt von zwei mal zwei Unterrichtseinheiten pro Woche stehen. Die Maßnahme richtet sich dabei an Migrant*innen und Geflüchtete. Ziel der Maßnahme ist die gesellschaftliche Eingliederung der Zielgruppe. Diese soll auf verschiedenen Ebenen gefördert werden. Vorrangig ist dabei der Abbau sprachlicher Barrieren durch die Vermittlung von Grundkompetenzen der deutschen Sprache. Ein weiterer Fokus liegt auf der Einbindung der Teilnehmenden in eine lokale Einrichtung der Jugendarbeit und das Kennenlernen weiterer Einrichtungen in Mannheim. Durch lokale Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Initiativen soll die lebensweltliche Anbindung der Teilnehmenden gestärkt werden – so sollen Sprachförderung und Persönlichkeitsentwicklung zusammengeführt werden.
Durch das Angebot und den Kontakt zu vernetzten Einrichtungen der offenen Jugendarbeit lernen die Teilnehmenden Räume und Möglichkeiten einer jugendspezifischen und sinnvollen Freizeitbeschäftigung kennen. Die Schwelle diese Angebote auch zu nutzen und junge Menschen aus dem Stadtteil kennen zu lernen, soll dabei überwunden werden.
Darüber hinaus erfahren die Teilnehmenden durch den Kontakt zu unserer und den vernetzten Einrichtungen Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfe bei der Alltagsbewältigung.


Bei Fragen zur Tätigkeit wenden Sie sich an die Geschäftsführung unter:
info@juz-mannheim.de bzw. 0621-305144
Bewerbungen sind ausschließlich per Mail bis 19.07.2026 23:59 Uhr mit einem kurzen Motivationsschreiben (nicht länger als 1 DinA4-Seite, pdf) zu richten an:
info@juz-mannheim.de
Bewerbungsgespräche finden am Montag den 27.07.2026 zwischen 15 und 18 Uhr statt.

Antifaschistische Demonstration am Vortag der Bundestagswahl!

Am Vortag der Bundestagswahl wollen wir unsere Kampagne „Tu was!“ zum Abschluss bringen – kämpferisch und selbstbestimmt auf den Straßen Mannheims! Gemeinsam mit dir wollen wir zeigen: Kein Platz für rechte Kräfte und ihre Ideologien in unserer Stadt – egal ob bürgerliche Abschiebephantasien oder stramm rechte Parolen.

Teile diesen Beitrag, sag Freund:innen und Familie Bescheid, achte auf Ankündigungen! Weitere Infos wie die Demoroute folgen.

Am Samstag, dem 22. Februar, starten wir um 14 Uhr am Alten Messeplatz in Mannheim unsere antifaschistische Abschlussdemo zu unserer Bundestagswahl-Kampagne „TU WAS!“. Zusammen wollen wir kraftvoll gegen reaktionäre Politik und für eine gerechte Zukunft auf die Straße gehen.

Warum ist es so wichtig, aktiv zu werden?
Wir leben in einer Zeit, in der rechte Hetze, Nationalismus und autoritäre Antworten auf Krisen immer lauter werden.

Rechtsradikale nutzen die gesellschaftlichen Unsicherheiten, um Hass zu schüren, die Gesellschaft zu spalten und unseren Blick von den wahren Wurzeln unserer Probleme wegzulenken. Wir nehmen es nicht hin, dass bürgerliche & rechte Parteien die herrschenden Krisen im Bildungssystem, im Gesundheitswesen, auf dem Wohnungsmarkt und mehr immer wieder auf dieselben Sündenböcke schieben.

Uns ist klar: Das System, in dem wir leben, hat Schuld. Ein System, aus dem uns keine Partei herausführen wird.

Antifaschismus bleibt notwendig – nicht nur als Haltung, sondern als gelebte Praxis.
Es reicht nicht aus, auf bessere Zeiten zu hoffen, darauf zu vertrauen, dass sich die Dinge von allein bessern oder „die richtige“ Partei zu wählen. Auch das alleinige Verurteilen des gesellschaftlichen Rechtsrucks bringt uns nicht weiter.

Rechte Gewalt, soziale Ungerechtigkeit und reaktionäre Ideologien können nur durch entschlossenen Widerstand bekämpft werden.

Deshalb nehmen wir uns am Vortag der Bundestagswahl den öffentlichen Raum, machen linke Perspektiven & Lösungen sichtbar und zeigen, dass eine gerechtere, solidarische Gesellschaft ohne Hass und Hetze möglich ist! Unsere Antwort auf die Krisen dieser Zeit: Solidarität statt Spaltung, Widerstand statt Resignation.

Wir kämpfen für eine Zukunft, die allen gehört! Eine Zukunft, in der jede*r frei von Diskriminierung, Angst und Ausbeutung leben kann. Dafür braucht es unsere Stimmen, unseren Mut und unsere Entschlossenheit. Nur wenn wir uns organisieren und gemeinsam und entschlossen handeln, können wir rechten Kräften etwas entgegensetzen.

Bringt Freund*innen, Familie und Mitstreiter*innen mit, teilt diesen Aufruf! Zeigt, dass der antifaschistische Widerstand entschlossen und notwendig ist.

Jetzt erst recht: Kein Fußbreit der AfD & rechter Politik!

Wir sehen uns auf der Straße!

Gegen den Neujahrsempfang der AfD – am 18.01 alle auf die Rheinau!

Am 18.01.2025 findet der Neujahrsempfang der AfD Mannheim statt. Die rechtsradikale Partei hat erneut den Bürgersaal auf der Rheinau gewählt, um sich dort kurz vor der Bundestagswahl als bürgernah zu inszenieren und ihre menschenverachtenden Ansichten zu verbreiten.

Dafür sind neben den Mannheimer AfDler:innen bekannte Gesichter des baden-württembergischen Landesverbands dabei: Mit Marc Bernhard und Martin Hess sind zwei einflussreiche Hardliner der Partei geladen. Auch Heinrich Koch, Mannheimer Bundestags-Direktkandidat, wird anwesend sein. Zwar ist seine Chance auf ein Direktmandat gering — das andauerende Umfragehoch verspricht dennoch einen bisher nicht dagewesenen AfD-Erfolg auf Bundesebene.

Das ist kein Zufall: In einer Welt voller Krisen verschärft der Kapitalismus zunehmend Ungleichheit und Ausbeutung. Während ein kleiner Teil profitiert, leiden die Arbeiter:innen unter steigenden Kosten, stagnierenden Löhnen und existenzieller Unsicherheit.

Diese Unzufriedenheit nutzen vor allem rechte Kräfte wie die AfD, um mit Hetze gegen Migrant*innen und progressive Ideen den politischen Diskurs zu dominieren. Das funktioniert auch, da die Menschen zurecht enttäuscht und verunsichert sind: Steigende Kosten, stagnierende Reallöhne, eine wachsende Schere zwischen Arm und Reich, Kriege, Klimakrise … Währenddessen aber setzen die Regierenden lieber auf rassistische Gesetze und Politik im Sinne der Konzerne anstatt für die Interessen der Arbeiter:innen zu handeln.

Auch steigen seit Jahren alle Parteien von Ampel bis CDU immer weiter in die rechte Rhetorik ein, die die AfD von Beginn an prägt — und als Partei davon am meisten profitiert. Besonders jetzt vor der Neuwahl verkauft sich die AfD immer erfolgreicher als „Alternative” und schlägt politisches Kapital aus den multiplen Krisen unserer Zeit.

Für uns ist klar: In Zeiten zunehmender Gewalt von Rechts und eines gesamtgesellschaftlichen Rechtsrucks stellen wir uns der Partei entgegen, die Speerspitze und Eisbrecher dieser Entwicklung ist – in Mannheim und überall!

Schließt euch uns an, sagt euren Freund*innen, der Familie und Bekannten Bescheid und kommt mit uns auf die Straße. Gemeinsam den Rechten entgegentreten!

Die Kundgebung startet um 18 Uhr vor dem Nachbarschaftshaus Rheinau. Treffpunkt für die gemeinsame Anreise mit der Bahn ist der Vorplatz des Mannheimer Hauptbahnhofs um 17:10 Uhr. 

solidarische Grüße

Offenes antifaschistisches Treffen Mannheim

Proteste gegen den AfD-Parteitag in Ketsch / Möllner Rede im Exil

Der kommende Samstag, 16.11.2024, ist ein sehr wichtiger Politiktag. Gerne leiten wir den Aufruf von Mannheim gegen Rechts weiter.

Proteste gegen den AfD-Parteitag in Ketsch:

Den ganzen Tag über wird es Proteste gegen den Landesparteitag der AfD in Ketsch geben. Mannheim gegen Rechts beteiligt sich. Vor allem das OAT ist involviert.

Hier der Programmablauf:

7.05 Uhr Treffpunkt vor dem Hauptbahnhof Mannheim, um gemeinsam nach Ketsch zu fahren

7.30 Uhr Treffpunkt am JUZ – Mitfahrbörse für Fahrgemeinschaften mit dem Auto ( bitte vorher Autos und Plätze auf Listen im JUZ eintragen)

8.30 Uhr Demo zur Rheinhalle / Ketsch Marktplatz

9.00 Uhr Protest vor Ort während der Ankunft der AfD-Mitglieder

ab 9.00 Uhr „Fest der Vielfalt“ an der Halle mit Kundgebung und Infoständen

13.30 Uhr Bündnisdemo durch Ketsch

Lasst uns gemeinsam zeigen, dass wir eine vielfältige, freie Gesellschaft wollen und die AfD deshalb in Ketsch nicht willkommen ist.

Möllner Rede im Exil:

Um 18 Uhr beginnt dann die Veranstaltung „Möllner Rede im Exil“. Die Möllner Rede im Exil ist eine Gedenkveranstaltung, die an den Brandanschlag erinnern soll, bei dem am 23.11.1992 Ayşe Yılmaz, Yeliz Arslan und Bahide Arslan ermordet wurden. Sie findet jährlich an unterschiedlichen Orten in Deutschland statt und wurde von dem Angehörigen Ibrahim Arslan selbst initiiert. Ziel ist es die Angehörigen in den Mittelpunkt des Gedenkens zu stellen und die dominante Erinnerungskultur in Deutschland kritisch zu reflektieren.

Es wird Beiträge der Familie Arslan und Yılmaz geben. Außerdem wird dieses Jahr die Philosophin und Autorin Şeyda Kurt die Hauptrede halten. Dazu wird es ein vielfältiges kulturelles Begleitprogramm geben. Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt von Mannheim gegen Rechts, des Migrationsbeirats, der DIDF, der Initiative 2. Mai, des Stadtjugendrings, Lückenlos e.V., Dokumentationszentrums und Museums über die Migration in Deutschland DOMID und des Nationaltheaters.

Sie findet im Studio Werkhaus des Nationaltheaters statt. Hier sind alle Plätze leider schon vergeben. Wir würden uns trotzdem freuen, wenn ihr nochmal über eure Kanäle Werbung machen würdet.
Über den Link https://www.youtube.com/live/KA23sv9Tmbc kann die Veranstaltung nämlich live gestreamt werden.

Stellungnahme der Vollversammlung zu den Aussagen von CDU-Gemeinderatsfraktionsvorstand Claudius Kranz am 01.10.2024

Stellungnahme der Vollversammlung des Jugendzentrums in Selbstverwaltung
Friedrich Dürr zu den Aussagen des CDU-Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats
Claudius Kranz über das JUZ während der Gemeinderatssitzung am 01.10.2024.
Bei einer Debatte über die neu geregelten Energiekostenzuschüsse für alle Mannheimer
Jugendeinrichtungen mit Gebäuden über 200qm kam es zu einer kurzen, von der AfD
angestoßenen Debatte über die finanziellen Zuschüsse des Jugendzentrums in
Selbstverwaltung Friedrich Dürr (JUZ). Hierzu meldete sich Claudius Kranz zu Wort und stellte
klar, dass die CDU nur aus rechtlichen Gründen für die Neuordnung des Zuschusses stimme
und riet der AfD-Fraktion, einen Antrag zu den Etatberatungen der Stadt für das kommende
Haushaltsjahr einzubringen: auf diesem Wege könne dem JUZ rechtlich sicher der Zuschuss
entzogen werden. „Tags drauf stellt Kranz auf ‚MM‘-Anfrage klar, dass die CDU einem
entsprechenden Antrag der AfD nicht zustimmen, sondern gegebenenfalls einen eigenen
stellen werde.“ (Mannheimer Morgen vom 04.10.2024)


Von der fehlenden Abgrenzung der Mannheimer CDU zur extremen Rechten sind wir entsetzt,
wenn auch nicht überrascht, weil wir diese inhaltliche Annäherung schon beobachten konnten.
Bereits 2017 unterschrieb Herr Kranz einen Antrag, die Förderung des JUZ zu streichen. Die
Zusammenarbeit mit der AfD hatte er schon direkt nach der Gemeinderatswahl 2024 mit der
Aussage “Ich habe damit überhaupt kein Problem, wie sich die Mehrheiten am Ende des
Tages bilden“ (Mannheimer Morgen vom 15.06.2024) vorbereitet. Eine Zusammenarbeit und Absprachen mit der AfD hatte er in
einem Interview mit dem Mannheimer Morgen damals noch ausgeschlossen. Erschrocken
sind wir jedoch, wie schnell und offen der CDU-Fraktionsvorsitzende diesen Weg geht. Kein
halbes Jahr später berät er die AfD öffentlich juristisch im Gemeinderat und stellt die
Zusammenarbeit mit der CDU in Aussicht. Schockierend ist, dass der Werteverlust der lokalen
CDU so schnell kommt und Herr Kranz anscheinend keinerlei Respekt vor der bundesweit
öffentlich propagierten Nichtzusammenarbeit mit der AfD hat. Wir hoffen, dass Herr Kranz hier
nicht in Absprache mit seiner Fraktion gehandelt hat und andere Stadträtinnen der CDU eine andere Haltung zur AfD und deren menschenverachtenden Politik haben.

Leider wird uns damit wieder eine Debatte aufgezwungen, die komplett an unseren aktuellen Herausforderungen vorbei geht. Herr Kranz zeigt in seiner Wortmeldung in der Gemeinderatssitzung nämlich zugleich auf, wie wenig Ahnung er von der eigentlichen Jugendarbeit im JUZ hat. Bei der Bitte um Unterstützung, die seine Fraktion erreicht hat und die er als Aufhänger seines Beitrags wählt, fordern wir nicht „die Förderung nochmalig weiter“ (Redebeitrag in der Gemeinderatssitzung vom 01.10.2024) zu erhöhen, sondern eine langfristige Finanzierung für ein Projekt des JUZ, das auf den akuten Raumbedarf von nicht privilegierten Jugendlichen in der Neckarstadt reagiert. Hierzu gab es schon länger Projektmittel aus verschiedenen, auch städtischen Töpfen, die wegen ihrer Förderrichtlinien aber nicht passgenau und als Projektmittel eben zeitlich begrenzt sind, weswegen wir zur Aufrechterhaltung des Angebotes dringend eine institutionelle Förderung brauchen. Die ehrenamtlichen JUZis haben bei diesem Projekt ein offenes Café in unseren Räumlichkeiten selbst initiiert, das von einer Klientel frequentiert wird, die von der städtischen Sozialarbeit selbst nicht erreicht wird. Das 2024 von sozialpädagogischen Fachkräften auf Midijobbasis umgesetzte Jugendcafé ist ein Paradebeispiel von Selbstorganisation und innovativen Strukturen, die es aus ehrenamtlicher Initiative geschafft haben, das JUZ für eine Zielgruppe zu öffnen, die sonst nicht zu den üblichen Besucherinnen des JUZ gehört. Die Unwissenheit von Herrn Kranz über unsere Arbeit zeigt sich auch darin, dass keinerlei Bezug zur konkreten Jugendarbeit im JUZ hergestellt wurde. Stattdessen setzte er (ohne für uns
erkennbare Grundlage) öffentliche Aussagen im Gemeinderat und auf Social Media über das
JUZ in die Welt. In der Gemeinderatssitzung vom 01.10.2024 stellte er beispielsweise eine
Verbindung des JUZ zu den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg (!) im Jahr 2017 (!)
her, ohne irgendeinen konkreten Bezug zu nennen. Auf Facebook postet er haltlose
Behauptungen über die Zerstörung von CDU-Wahlplakaten aus dem JUZ heraus.

Es verärgert uns auch, dass er erst öffentlich die Streichung der Mittel ins Spiel bringt, bevor
es zu einem Gespräch mit uns kam. Wir sind basisdemokratisch organisiert und offen für
Kritik. Herr Kranz kann, wie jeder andere auch, Bedenken über unsere Arbeit in unsere partizipative Strukturen tragen. Die ins Spiel gebrachte Streichung der Fördermittel vor einem Gespräch können wir nur als Drohung verstehen, was ein Gespräch auf Augenhöhe extrem schwierig macht.

Wir sind zuversichtlich, dass wir anderen Stadträtinnen (vielleicht und hoffentlich auch
manchen in der CDU) und vor allem der Mannheimer Zivilgesellschaft deutlich machen
können, welche wichtige Jugend- und Bildungsarbeit im JUZ gemacht wird. Wir leisten hier
sehr unterschiedliche ehrenamtliche Arbeit von politischen Bildungsangeboten, über den
kostenlosen Sprachkurs für Geflüchtete, das pädagogische Gärtnern, die offene
Fahrradwerkstatt oder eben das angesprochene Jugendcafé. Wir zeigen unsere Arbeit gerne
und sind auch immer offen darüber zu diskutieren. Genauso sind wir hier nicht alle einer
Meinung. Wir halten inhaltlichen Streit für wichtig, weil unsere Freiraum-Pädagogik von
Aushandlungsprozessen abhängig ist. Diese ganze Arbeit machen wir als Ehrenamtliche in
unserer Freizeit.

Wir sind uns allerdings einig, dass zu unseren Grundwerten das Eintreten gegen Faschismus,
Rassismus, Antisemitismus und Sexismus gehören. Die offen dargestellte Nähe von Herrn
Kranz zur AfD verstehen wir als Angriff auf diese Werte. Wir hoffen und glauben weiter daran,
dass wir bei einem Antrag von CDU oder AfD gegen das JUZ genug Stimmen im Gemeinderat
gewinnen können. Die 2017 an uns gesendeten über 50 verschiedenen Stellungnahmen aus
den verschiedensten Teilen der (Mannheimer) Zivilgesellschaft liegen uns noch vor und
machen uns Hoffnung, dass wir wieder auf viel Solidarität bauen können. Auch wenn die
gesellschaftliche Stimmung – nicht nur in Mannheim – und das offene Zusammenbrechen des
demokratischen Lagers uns ernsthaft Sorgen machen, glauben wir noch an eine solidarische
Welt, für die es sich zu kämpfen lohnt!

Wir bleiben, heute wie damals und auch in Zukunft bei antifaschistischen Grüßen!
Die Vollversammlung des Jugendzentrums in Selbstverwaltung Friedrich Dürr am 10.10.2024

Hier als PDF runterladen.

Kooperationsprojekt des JUZ: Teamschulungen Netzwerk für Demokratie und Courage 2026 (Politische Bildungsarbeit)

Kooperationsprojekt des JUZ:
Teamschulungen Netzwerk für Demokratie und Courage 2026 (Politische Bildungsarbeit)

Das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) ist ein bundesweites Netzwerk, das junge Menschen ausbildet, um an Schulen und mit Jugendgruppen Projekttage zu den Themen Rassismus, Diskriminierung, Rechtsextremismus und Zivilcourage durchführen zu können. Die Projekttage sind kostenlos, aber unsere Teamenden bekommen eine Aufwandsentschädigung für ihr Engagement.

Beim NDC Baden-Württemberg steht vom
06.-12.07.2026
die nächsten Teamschulung an!

Die Teilnahme inklusive Unterkunft und Verpflegung ist kostenlos und Fahrtkosten werden erstattet. Anbei ist unser aktueller Flyer mit weiteren Informationen für Interessierte. Wir freuen uns, wenn Sie/ihr ihn über Verteiler weiter streuen oder gezielt junge Menschen darauf aufmerksam machen könnten/könntet.

Um an der Teamschulung teilnehmen zu können, müssen Interessierte zwischen 18 und circa 30 Jahren alt sein und möglichst fließend Deutsch sprechen können (das hängt mit den zum Teil komplexen Diskussionen bei der Teamschulung und den Feinheiten von begrifflichen Bedeutungsunterschieden in diesem Kontext zusammen). Inhaltliches Vorwissen oder Erfahrungen mit Bildungsarbeit sind nicht nötig. Wir bemühen uns sehr darum, insbesondere auch Menschen, die Diskriminierung bzw. gesellschaftliche Benachteiligung erfahren, einen sicheren Raum zu geben, und beantworten gerne Fragen dazu.

Interessierte können sich unter www.netzwerk-courage.de/aktiv-werden-im-ndc/ registrieren, um an der Teamschulung teilnehmen zu können. Die Registrierung alleine ist noch keine An-/Rückmeldung für die Teamschulung – dazu verschicken wir zeitnah nach der Registrierung weitere Infos.

Eine Registrierung ist auch dann schon möglich, wenn Interessierte an einem der genannten Termine 2026 nicht teilnehmen können. Wir melden uns dann rechtzeitig vor der nächsten Teamschulung automatisch bei allen Registrierten.

Das JUZ Mannheim ist Netzwerkpartner des NDC in Baden-Württemberg und dient dem regionalen ehrenamtlichen Team in Nordbaden als Treffpunkt und Logistikzentrum der Projekttagsmaterialien.

Check: https://juz-mannheim.de/angebote/netzwerk-fur-demokratie-und-courage/

Gedenkveranstaltung KZ-Gedenkstätte Sandhofen am 29.09.2024

Gedenkveranstaltung KZ-Gedenkstätte Sandhofen am 29.09.2024, 14 Uhr, KZ-Gedenkstätte Sandhofen, Kriegerstraße 28, Mannheim-Sandhofen

“Ende September 2024 jährt sich die Errichtung des KZ Sandhofen zum 80. Mal. Unseres Wissens nach sind heute nur noch zwei der damals 1.070 überwiegend polnischen Häftlinge des KZ-Außenlagers am Leben. Von zahlreichen Überlebenden mussten wir in den vergangenen Jahren Abschied nehmen. Die meisten von ihnen hatten über viele Jahre in Briefen, Interviews und Erinnerungsberichten über die deutsche Besetzung Polens, den Warschauer Aufstand, die KZ-Haft in Deutschland, Todesmärsche und die Befreiung 1945 Zeugnis abgelegt – aber auch über ihr Leben nach dem Krieg, die körperlichen und psychischen Folgen der KZ-Haft sowie ihre Hoffnungen und Wünsche für eine friedliche Gegenwart und Zukunft.
Unsere diesjährige Gedenkveranstaltung am Sonntag, den 29. September 2024, ab 14 Uhr möchten wir daher den biografischen Zeugnissen der letzten Überlebenden des KZ Sandhofen widmen: Bolesław Urbański und Zbigniew Muszyński, Jerzy Wojciewski (gest. 2024) und Marian Marchewka (gest. 2023).
Im Namen des Arbeitskreises der KZ-Gedenkstätte Sandhofen e.V. in Kooperation mit der Gustav-Wiederkehr-Schule laden wir Sie hierzu herzlich ein. Die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung findet im Beisein von Oberbürgermeister Christian Specht im Hof (Rückseite) der Gustav-Wiederkehr-Schule (Kriegerstr. 28, Mannheim-Sandhofen) statt.
Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen.
“
Verein der KZ-Gedenkstätte Sandhofen

Kundgebung zur konstituierenden Sitzung des neuen Mannheimer Gemeinderats

Viele Tausend haben Ende Januar auch in Mannheim gegen die Deportationspläne der AfD demonstriert. Dabei darf es nicht bleiben und wir wollen dazu beitragen, dass der Widerstand dagegen weiter bestehen bleibt. Die AfD will vor allem Menschen mit einer Migrationsgeschichte aus dem Land werfen. Das betrifft die Hälfte der Mannheimer Einwohnerschaft.
Diese Pläne und die Proteste dagegen hat jedoch die AfD-Wählerschaft nicht beeindruckt. In den neu gewählten Gemeinderat sind nun sieben statt bisher vier Vertreter*innen der AfD gewählt worden.
Das hält uns aber nicht davon ab, weiterhin gegen die rassistischen und menschenverachtenden Vorstellungen der AfD zu protestieren.
Unser Protest richtet sich auch an all Jene, die zwar nicht mit der AfD paktieren wollen, um die eigenen machtpolitischen Ziele zu verfolgen, die aber gerne deren Stimmen im Gemeinderat nutzen wollen. „Mehrheit ist Mehrheit“; mit solchen und ähnlichen Aussagen haben Vertreter*innen von CDU und Mannheimer Liste im Gemeinderat gezeigt, dass sie AfD-offen sind.
Wir gehen am 23. Juli 2023 um 15.30 Uhr aus Anlass der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats auf die Straße. Die Kundgebung findet am Mannheimer Paradeplatz auf der Seite des Stadthaus N1 statt. Schließt Euch an!

PS: Wenn ihr als Unterstützungsgruppe von Mannheim gegen Rechts einen Redebeitrag beisteuern möchtet, kommt gerne im Vorfeld oder am Tag selbst auf uns zu!

solidarische Grüße

das Orga-Team von Mannheim gegen Rechts

Jugendcafé Sommerfest am 27.06.2024

Was ist das JUZ?

Was ist das JUZ?

Events

Jun
9
Tue
2026
19:00 Infoladen-Lesecafé
Infoladen-Lesecafé
Jun 9 @ 19:00 – 21:00
Infoladen-Lesecafé
Jeden Dienstag von 19- 21 Uhr öffnen wir das JUZ und den Infoladen für euch. Dann habt ihr die Chance viele neue und alte Bücher auszuleihen, Kaffee zu trinken, in unserem weiteren Angebot zu stöbern oder einfach nur Zeitschriften zu lesen und einen gemütlichen Abend zu verbringen. Immer wieder werden wir auch kleinere und größere Angebote für euch vorbereiten. Seien es kurze Buchvorstellungen unserer Neuanschaffungen, kleine Lesungen oder Spieleabende. Kommt vorbei! —— Selbstverständnis: Wir verstehen den Infoladen als einen Ort von Gegenöffentlichkeit, Austausch, Vernetzung und entsprechender Infrastruktur. Dazu gehört das (kostenneutrale) Bereitstellen von Literatur (Büchern, Zeitschriften, Broschüren und anderes Infomaterial),

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Jun
10
Wed
2026
17:00 Jugend-Café
Jugend-Café
Jun 10 @ 17:00 – 21:00
Jugend-Café
Jugend Café: …rumhängen, miteinander reden, Billiard/Tischkicker… …immer Montags von 15 bis 19 Uhr und Mittwochs von 17 bis 21 Uhr …im Café des JUZ …für alle ab 14 Jahren Kommt vorbei!
20:00 Konzert mit ZÜNDUNG und STEPMOTHER
Konzert mit ZÜNDUNG und STEPMOTHER
Jun 10 @ 20:00
Konzert mit ZÜNDUNG und STEPMOTHER
Am Mittwoch, den 10ten Juni, geht’s nach Mannheim. Erst Spaghetti Eis bei Fontanella und danach zum Kalorien verbrennen ab ins JUZ. Geballtes-Garage-Geballer mit den Lokalmatadoren ZÜNDUNG und dem australischen Power Trio STEPMOTHER angeführt von dem charismatischen Gitarren-Schamanen Graham Clise (Annihilation Time, Lecherous Gaze, Rot TV, Witch). Wer danach in Stimmung für noch mehr Aussie-Punk ist, dem sei das SCREENSAVER Konzert am 11ten Juni im Carousel in Heidelberg ans Herz gelegt.
Jun
12
Fri
2026
20:00 Konzert: Frekk, Cre-des (Hardcor...
Konzert: Frekk, Cre-des (Hardcor...
Jun 12 @ 20:00
Konzert: Frekk, Cre-des (Hardcore Punk), Stereobier, Fuckery (Raw Punk)
Frekk und Cre-des sind gemeinsam auf Tour und rollen mit diesem crustigen Hardcore Punk Bulldozer über Mannheim. Supportet werden sie von Stereobier aus Würzburg, frische Punk Kombo, die live mit metallischem Sound überzeugen. Ebenso Fuckery, deren Raw Punk ein kompromisloses verzerrtes Geknüppel verspricht. Rechtzeitig kommen und nicht blinzeln, um keine Band zu verpassen. ‐——–
Jun
15
Mon
2026
15:00 Jugend-Café
Jugend-Café
Jun 15 @ 15:00 – 19:00
Jugend-Café
Jugend Café: …rumhängen, miteinander reden, Billiard/Tischkicker… …immer Montags von 15 bis 19 Uhr und Mittwochs von 17 bis 21 Uhr …im Café des JUZ …für alle ab 14 Jahren Kommt vorbei!

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Urheberrecht

Der Trägerverein für ein Jugendzentrum in Selbstveraltung ist bestrebt auf seiner Homepage geltende Urheberrechte zu beachten. Sollte es trotzdem zu einer Urheberrechtsverletzung kommen, wird der Trägerverein für ein Jugendzentrum in Selbstverwaltung das entsprechende Objekt nach Benachrichtigung von der Homepage entfernen bzw. mit dem entsprechenden Urheberrecht kenntlich machen.
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