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Flashmob am 4.5.13 u​m 14 Uhr gegen den B​undeswehr-Stand auf ​dem Maimarkt ​ a-k​

MILITÄR IST KEINE LÖSUNG, SONDERN DAS PROBLEM.

KEIN WERBEN FÜR’S STERBEN!

 

Flashmob gegen den Bundeswehr-Stand auf dem Mannheimer Maimarkt: Sa, 04. Mai 2013, 14 Uhr

Haltestelle „Maimarkt“ am Haupteingang

Eintrittskarten werden für TeilnehmerInnen zur Verfügung gestellt.STE

! Wieder einmal will sich die Bundeswehr als normaler Arbeitgeber und unumstrittener Teil der Gesellschaft präsentieren sowie als Möglichkeit zur Schaffung von Frieden und Sicherheit. Dagegen wehren wir uns aus gutem Grund: Denn hier wie andernorts betreibt die Bundeswehr ein Werben für´s Sterben. Junge Menschen werden für die wirtschaftlichen Interessen der Nutznießer des Kapitalismus missbraucht und sollen wahlweise im Namen von Menschenrechten oder dem „war on terror“ andere Menschen für den ungehinderten Zugang zu Rohstoffen und Märkten umbringen. Dem können und werden wir nicht tatenlos zusehen!

 

Die Bundeswehr behauptet, jungen Menschen eine Perspektive geben zu können und lockt mit Ausbildung, Führerschein und bezahltem Studium. Sie verharmlost dabei, dass mensch sich hierfür mindestens zwei Jahre zum Kriegsdienst verpflichten muss. Das bedeutet, zwei Jahre auf Befehl Mord und Totschlag zu unterstützen oder selbst zu praktizieren sowie sich in Todesgefahr zu begeben. Neben den SoldatInnen in Uniform wenden wir uns also auch gegen die vermeintlich „zivilen“ Berufsfelder, die nicht unmittelbar an Tötungen beteiligt sind, aber dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen zum Töten gegeben sind.

 

Bundeswehr und Regierung behaupten auch, dass durch sogenannte „Friedensmissionen“

unsere Sicherheit verteidigt werde. Tatsächlich aber führt der Einsatz von Gewalt zu Gegengewalt und erzeugt weiteren Terrorismus, gegen den dann wieder Kriege geführt werden müssen. Es ist der Terror „von oben“, der Terror der 1 % an Eigentümern und Großanlegern und deren Kriegseinsätze, die die Gegengewalt der von „Friedensmissionen“ betroffenen Menschen hervorruft.

 

Die wahren Kriegsgründe werden in den Medien kaum dargestellt: So sind es nicht etwa „humanitäre“ Gründe, denen die „Interventionen“ dienen, sondern die wirtschaftlichen Interessen der großen Konzerne, für die der Zugang zu wichtigen Ressourcen unabdingbar ist. BewohnerInnen von Regionen und Staaten mit wertvollen Rohstoffen (z. B. Erdöl, Erdgas, Uran und seltene Erden) haben daher unter der Gewalt der großen Kriegsmächte zu leiden.

 

Erstaunlich ist auch das Argument, dass durch derartige Gewalt Demokratien gefördert werden sollen: Wenn es wirklich darum ginge, würden sich die angreifenden Staaten an der eigenen Nase packen und sich um wirkliche Demokratie in ihren eigenen Ländern bemühen. Demgegenüber wird mit diktatorischen aber wirtschaftlich kooperativen Regimen unproblematisch zusammengearbeitet. So werden etwa Angriffswaffen wie der Leopard-II-Panzer an Saudi-Arabien ausgeliefert, also an einen Staat, in dem eine absolutistische Monarchie herrscht.

 

Daher sagen wir:

  • Bundeswehr als Arbeitgeber? – Nein, Danke!
  • Stopp aller Rüstungsexporte und Umbau der Rüstungsindustrie!
  • Statt Geld für Rüstung und Militär zu verschwenden, müssen diese Mittel für die Ausbildung von Friedensfachkräften und den Zivilen Friedensdienst verwendet werden!

 

Der Arbeitskreis gegen Militarisierung (AK.Mil) besteht aus AktivistInnen von:

Anarchistische Gruppe Mannheim, Attac Heidelberg, DFG-VK Mannheim, Friedensplenum Mannheim, Grüne Jugend Worms, IPPNW Rhein-Neckar, Komitee für Rätedemokratie, Kritisches Kollektiv / iL Rhein-Neckar, Linksjugend [’solid] Mannheim und Occupy Mannheim

 

Kontakt: ak.mil@gmx.de

http://www.facebook.com/militarisierung

Solidarität mit selbstverwalteten Freiräumen!

Unzählige selbstverwaltete Freiräume sind derzeit in ihrer bisherigen Existenz bedroht. Das JUZ als selbstverwaltetes Jugendzentrum solidarisiert sich mit diesen Freiräumen!

Solidarität mit dem Haus Mainusch in Mainz

Das Haus Mainusch muss bleiben!

# nach der Kündigung des langjährigen Mietvertrags durch die Universitätsleitung Mainz #

Das Haus Mainusch besteht seit fast 25 Jahren als unabhängiges Kommunikationszentrum auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Es ist das einzige Projekt seiner Art in Mainz und Umgebung.

Für uns steht fest, dass das Haus Mainusch als Freiraum und als Schutzraum in Form des unabhängigen, selbst verwalteten Zentrums erhalten bleiben muss.

[…]

Für eine langfristige Perspektive des Projektes auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität in Mainz!

Online Petition || Website Haus Mainusch

Solidarität mit dem IVI in Frankfurt

Das seit 2003 besetzte “Institut für vergleichende Irrelevanz” (IVI) im Kettenhofweg 130 in Frankfurt am Main ist momentan akut von einer Räumung bedroht.

Das Gebäude wurde anfang März an einen privaten Investor verkauft. Nachdem zunächst ind er Presse verkündet wurde, man wolle einen Mietvertrag für die Nutzer_Innen des Hauses anbieten ist mittlerweile Räumungsklage eingereicht worden.

Wir solidarisieren uns mit dem IVI und allen anderen räumungsbedrohten sozialen und kritischen Zentren!

Online Petition || Website IVI Frankfurt

Solidarität mit dem AZ Aachen

Vielleicht habt Ihr bereits mitbekommen, dass das Autonome Zentrum

Aachen derzeit mal wieder von einer Schließung bedroht ist, weil die

Stadt Aachen plant das (seit Jahren leerstehende) Gebäude des

ehemaligen Gesundheitsamtes zu verkaufen.

Unter dem Gebäude, und damit dazugehörig, befindet sich der Bunker in dem sich seit inzwischen fast 20 Jahren das AZ befindet.

Dort finden soziale und kulturelle Veranstaltungen und unkommerzielle

Projekte einen Raum, in dem ausserdem unter anderem Platz für

antifaschistische, antisexistische, antihomophobe und linksorienterte

Politik geboten wird. All das wird basisdemokratisch organisiert und

ist unkommerziell, also ehrenamtlich.

Im AZ Aachen finden jährlich mehr als 150 Veranstaltungen vollkommen verschiedener Art statt, von Konzerten und Partys über politische Vorträge bis hin zu Theatervor- und Kunstausstellungen. Die bewusst niedrig gewählten Eintrittspreise dienen allein der Kostendeckung.Doch die Stadt Aachen möchte dem nun ganz konkret ein Ende setzen und das ehemalige Gesundheitsamt, samt darunterliegendem Bunker, zu einem Billig-Hostel umfunktionieren.

Die Nutzungsfläche des AZ’s würde dann schätzungsweise noch gut ein Viertel der jetzigen Fläche einnehmen, was eine Kostendeckung faktisch unmöglich macht.

Das werden wir nicht hinnehmen und werden alles Erdenkliche tun um den Erhalt des Autonomen Zentrums in seiner jetzigen Form zu sichern.

Doch dafür brauchen wir Eure Solidarität und Unterstützung.

Online Petition || Website AZ Aachen

Stolperstein für Friedrich Dürr

Am 25.03.2009 fand in der Mannheimer Neckarstadt eine Verlegerunde der sogenannten Stolpersteine statt. Der Kuenstler Gunter Demnig erinnert mit den Stolpersteinen an die Opfer des Nationalsozialismus, indem er vor deren letztem selbstgewaehltem Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt.

An diesem Tag wurde auch dem Mannheimer Antifaschisten Friedrich Dürr ein Stolperstein in der Lange Rötterstraße 22 gelegt. Das Jugendzentrum in Selbstverwaltung würdigt seinen Namensträger mit der Patenschaft für diesen Stolperstein.

 

Gunter Demnig mit dem zu verlegenden Stolperstein

Verlesen des Redebeitrags des JUZ während der Verlegung

 

Steigen lassen der Luftballons mit Flugzetteln über Friedrich Dürr

 

Der frisch verlegte Stolperstein

 

Bei der Verlegung des Stolpersteins für Friedrich Dürr am 25.03.2009 wurde durch Juz-Aktive ein Redebeitrag verlesen. Dieser Redebeitrag ist hier dokumentiert:

Friedrich Dürr

Friedrich Dürr wurde am 1.2.1904 geboren und ist in den Mannheimer Quadraten aufgewachsen. Seine 3 älteren Brüder starben alle während des ersten Weltkrieges. Mit 15 Jahren verließ er, wie damals unter Arbeiterkindern üblich, die Volksschule und begann eine Maschinenschlosserlehre beim Benz. Trotz „guter Führung“ wurde er 1924 aus der Firma entlassen, vermutlich auf Grund seiner politischen Agitation. Mit seiner gewerkschaftlichen und parteilichen Arbeit versuchte er sein Ideal der klassenlosen und herrschaftsfreien Gesellschaft zu erkämpfen. Auch nach dem 1. KPD-Verbot 1923 führte Friedrich Dürr diese Arbeit in der Illegalität fort und widmete sich in den kommenden 11 Jahren Arbeitslosigkeit bis zu seiner Verhaftung intensiv dem politischen Kampf.

1930 heiratete er Anna Göckel und zog mit ihr in eine vom Schwiegervater bereitgestellte Wohnung, in der Lange-Rötter-Str. 22, in der er bis zu seiner Verhaftung wohnen bleiben sollte. Vor diesem Haus stehen wir gerade.

Schon vor der Machtübernahme 33 setzte Friedrich Dürr sich in einem antifaschistischen Ausschuss im Stadtteil Neckarstadt für eine Einheitsfront gegen den Faschismus ein, um die Machtergreifung der Nationalsozialisten durch ein breites linkes Bündnis zu verhindern. Schon hier zeigte sich, wie entschlossen er gegen den sich formierenden Faschismus zur Wehr setzte.

1933 wurde die KPD erneut verboten und im Frühjahr 1934 startete die Gestapo in Baden-Pfalz eine regelrechte Jagd auf politische Gegner des Regimes. Dabei wurden zahlreiche sich im Untergrund organisierende KPDler verhaftet, gefoltert und ins Zuchthaus gesteckt, von wo sie später in verschiedene Konzentrationslager deportiert werden sollten.

Dieser ersten großen Welle der Repression in der Region hatte Friedrich Dürr noch entgehen können. Nach dieser Schwächung der Partei übernahm er dann den Posten des Bezirkskassierers. Diese Tätigkeit und eine weitere spektakuläre Aktion in der Silvesternacht 35 wurden ihm später zum Verhängnis. Mit zwei weiteren Genossen feierte Friedrich Dürr das neue Jahr auf ganz besondere Weise. Aus platzenden Ballons flatterten Flugblätter auf die mannheimer Straßen, auf denen zum Kampf gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde: „Mit Jammern und Klagen wird nichts bestellt, mit Hammer und Sichel gewinnst du die Welt.“ Hieß es da, und „1935! Schmiedet die Einheitsfront gegen Hitler!“ wurde gefordert.

Nicht einmal 2 Wochen später, am 11.Januar 1935, wurde Friedrich Dürr verhaftet und vom Oberlandesgericht zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Doch er kehrte anschließend nicht mehr nach Mannheim zurück sondern wurde wegen seines Nichtzusammenarbeitens mit dem Justizapparat ins KZ Dachau überführt, da er eine Aussage über die KPD-Strukturen verweigerte.

Selbst im Konzentrationslager wurde sein Widerstandswille nicht gebrochen. Er musste Zwangsarbeit in der Waffenwerkstatt der SS leisten, suchte aber von Anfang an dies zu nutzen, indem er über Pläne zu einer bewaffneten Erhebung gegen die SS im Konzentrationslager Dachau nachdachte.

Im Frühjahr 1945 verbreitete sich unter den Häftlingen die heißersehnte Nachricht der sich schnell nähernden amerikanischen Truppen. Die SS reagierte auf diese Information, indem sie einen Todesmarsch der 30000 Häftlinge plante, um die Übernahme und Befreiung des Lagers durch feindliche Streitkräfte zu verhindern. Gegen Mittag des 27. April 1945 sollte sich der Gefangenentross in Bewegung setzen. Um die Befreiung des Lagers durch die Amerikaner zu beschleunigen und einen weitern Massenmord der Nazis zu verhindern, formierte sich in höchster Eile Widerstand im Lager.

2 Gruppen, zu denen jeweils 15 Gefangene zählten, wagten den Ausbruch aus dem Lager mit Hilfe des „Moorexpress“, der normalerweise Abfälle aus dem Lager transportierte. Die eine Gruppe war dazu bestimmt, zu den amerikanischen Truppen vorzudringen und sie über die Situation des Lagers zu informieren. Die andere, zu der auch Friedrich Dürr zählte, sollte in der Stadt Dachau einen Aufstand anzetteln und die SS zum Kampf zwingen.

In der Stadt waren zuvor von den Einwohnern Waffen versteckt worden, die die Gruppe jetzt an sich nahm. Auch der Volkssturm Dachaus schloss sich den Häftlingen an.

Es kam zum Kampf, wobei Friedrich Dürr und ein weiterer Mannheimer Genosse, Leo Heiß, der SS in die Hände fielen. Dürr wurde am 28.April vor dem Dachauer Rathaus erschossen, 24 Stunden bevor die Aliierten in Dachau ankamen.

Mit ihrer Tat haben die Widerstandskämpfer den Mitgefangenen womöglich das Leben gerettet. Denn in den Nachkriegsjahren wurde ein Geheimbefehl Himmlers an die Lagerleitung des KZ Dachau bekannt, nach dem kein Häftling „lebendig in die Hände des Feindes fallen“ dürfe.

Bis heute gibt es keine angemessene Gedenkstätte für Friedrich Dürr hier in Mannheim. Lediglich das Jugendzentrum in Selbstverwaltung erinnert mit seinem selbstgewählten Namen an den Genossen und Widerstandskämpfer. Mit diesem Stolperstein wird eine weitere Stelle in Mannheim zum Ort des Erinnerns und Gedenkens an die Opfer des Faschismus.