Biographie: Friedrich Dürr
“Mit Jammern und Klagen wird nichts bestellt – mit Hammer und Sichel gewinnst Du die Welt!”
Friedrich Dürr (auch Fritz genannt) wurde am 01.02.1904 in Mannheim geboren.
Mit 15 Jahren begann er eine Maschinenschlosserausbildung in der Firma Benz und schloss diese auch erfolgreich ab. Zunächst wurde Friedrich Dürr von Benz übernommen, dann allerdings nach zwei Jahren unter Angabe von zweifelhaften Gründen entlassen. Es wird deshalb vermutet, dass seine politische Agitation und sein Kampf für die Rechte der Arbeiter_innen zu seiner Entlassung führten. Er fand nach einiger Zeit in Arbeitslosigkeit wieder eine Anstellung als Hilfsarbeiter in der Waldhöfer Zellstofffabrik (heute SCA) und als Arbeiter im Mannheimer Hafen.
Friedrich Dürr trat dem Deutschen Metallarbeiter-Verband und dem kommunistischen Jugend-Verband KJVD bei und setzte sich dort für sein Ideal einer klassenlosen Gesellschaft ein. Außerdem engagierte er sich in der KPD und setzte diese Arbeit auch nach der Illegalisierung der Partei fort. Friedrich Dürr vertrat die Idee einer antifaschistischen Einheitsfront, die alle linken politischen Strömungen umfassen sollte, dafür arbeitete er im „antifaschistischen Ausschuss“ des Mannheimer Stadtteils Neckarstadt mit.
Nach der Verhaftung der Bezirksleitung der KPD 1934 wurde Dürr Bezirkskassierer der illegalisierten KPD Baden-Pfalz. Seine Tätigkeit, insbesondere eine spektakuläre Aktion in der Silvesternacht 1934/35, in der Dürr und einige Genoss_innen antifaschistische Flugblätter aus Papierraketen regnen ließen, führten im Januar 1935 zu seiner Verhaftung. Er wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 3 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus verurteilt und im Anschluss an seine Haft wegen seiner Weigerung, über KPD-Strukturen sowie gegen Genoss_innen auszusagen, direkt ins KZ überstellt.
Als die SS Friedrich Dürr am 28.04.1945, 10 Tage vor der Kapitulation Deutschlands, ermordete, war er 41 Jahre alt und hatte ein Viertel seines Lebens in Gefängnissen und Lagern der Nazis verbracht. Er beteiligte sich an dem Aufstand der Dachauer Häftlinge zur Unterstützung der alliierten Truppen, wurde aber in den Straßen Dachaus gefangen genommen und erschossen.
Die Stadt Dachau gedenkt Friedrich Dürr und seinen Genossen mit einer Gedenktafel am Marktplatz. In Mannheim erinnert seit 1973 das Jugendzentrum in Selbstverwaltung „Friedrich Dürr“ (JUZ) mit der Namensgebung an den antifaschistischen Widerstandskämpfer und sowohl in Mannheim-Schönau als auch in Dachau sind Straßen nach ihm benannt. 2009 verlegte die Initiative Stolpersteine in Mannheim einen Stolperstein für Friedrich Dürr in der Lange-Rötter-Straße in der Mannheimer Neckarstadt. Das JUZ übernahm dafür die Patenschaft.