{"id":1,"name":"friedrich","url":"","description":"Geburtsdatum von Friedrich D\u00fcrr ist der 01.02.1904, aufgewachsen ist er in den Mannheimer Quadraten im Hinterhof des Hauses F5, 16. \r\nAu\u00dfer ihm gab es in der Familie noch drei \u00e4ltere Br\u00fcder, die alle im Ersten Weltkrieg gefallen sind, nach dem Tod seiner Mutter lebte er alleine mit seinem Vater bis er mit seiner Ehefrau in eine vom Schwiegervater bereitgestellte Wohnung in der Lange-R\u00f6tterstra\u00dfe 22 zog. \r\nVon 1911 ab besuchte er in Mannheim die Volksschule, 1919 verlie\u00df er diese im Alter von 15 Jahren. \r\nAb dem Jahr 1919 arbeitete er als Lehrling im Beruf des Maschinenschlosser bei der Firma Benz und Cie., Rheinische Automobil- und Motorenwerke AG. \r\n\r\nTrotz ziemlich guter bis guter F\u00fchrung, laut seinem Lehrzeugnis, wurde er nach einer Weiterbesch\u00e4ftigung von der Firma am 27.9.1924 von der Firma entlassen. Als Grund f\u00fcr die Entlassung f\u00fchrte die Firma Arbeitsmangel an, seine sp\u00e4tere Ehefrau Anna G\u00f6ckel sah den wahren Grund aber in seiner politischen Agitation. \r\nDiese f\u00fchrte den jungen Friedrich D\u00fcrr zur \u00dcberzeugung, dass die Gegens\u00e4tze der bestehenden Gesellschaft, in der er sich als Arbeiter wiederfindet, \u00fcberwunden werden m\u00fcsse und im Deutschen Metallarbeiter-Verband und im kommunistischen Jugend-Verband KJVDD setzte er sich f\u00fcr das Ziel einer klassen- und herrschaftslosen Gesellschaft ein. \r\n\r\nNeben der Gewerkschaftsarbeit widmete er sich auch der Arbeit in der KPD und f\u00fchrte diese auch nach dem ersten KPD-Verbot 1923 illegal fort. \r\nNach seiner Entlassung blieb er bis zu seiner Verhaftung arbeitslos, wenn man von Gelegenheitsjobs im Mannheimer Hafen und einer Besch\u00e4ftigung in der Mannheimer Papierfabrik S\u00fcddeutsche Zellstoff AG in den Jahren 1930 und 1931 absieht. \r\nDa er am 10.7.1929 aus der evangelischen Kirche ausgetreten war, heiratete er am 27.09.1930 Anna G\u00f6ckel standesamtlich. \r\nIm Herbst 1931 wurde er, der er den Gro\u00dfteil seiner Zeit nun mit der Parteiarbeit verbrachte, von der Polizei f\u00fcr mehrere Tage in Haft genommen, da er sich an einer Arbeitslosendemonstration beteiligte. \r\nIn illegalen, antifaschistischen Ausschu\u00df im Stadtteil Neckarstadt setzte er sich f\u00fcr eine Einheitsfront gegen den Faschismus ein, der unter Einschluss aller linken Str\u00f6mungen, eine gemeinsame Strategie vor allem der Sozialdemokraten und Kommunisten gegen den Durchbruch des Nationalsozialismus zur Massenbewegung entwickeln sollte. Nach der Illegalisierung setzte die KPD ihren Widerstand gegen die herrschende Gesellschaft des Nationalsozialismus fort, im Fr\u00fchjahr 1934 verhaftete die Gestapo die gesamte illegale Bezirksleitung der KPD Baden-Pfalz. \r\nNach der Neuorganisierung wurde Friedrich D\u00fcrr Bezirkskassierer. \r\n\r\nIn der Neujahrsnacht 1933 auf 1934 hatte Friedrich D\u00fcrr zusammen mit seinem Freund Otto Lump um 24 Uhr Propaganda gegen den NS verbreitet. Dies geschah mittels Flugbl\u00e4ttern, die aus platzenden Ballons auf den Marktplatz flogen. (Der Alternative Stadtf\u00fchrer spricht von der Neujahrsnacht 1934 auf 1935 und bezieht sich auf eine Aktion am Paradeplatz, Fritz Salm erw\u00e4hnt sowohl den Marktplatz als auch den Tatersall als Ort der Aktion).  Der Text der Flugbl\u00e4tter lautete: \"Mit Jammern und Klagen wird nichts bestellt, mit Hammer und Sichel gewinnst du die Welt.\" Ein zweites Flugblatt appellierte: \"1935! Schmiedet die Einheitsfront gegen Hitler!\". \r\nAm 8.Januar 1935 wurde er wegen seines antifaschistischen Engagements durch die Kriminalpolizei verhaftet. \r\nSein letzter Wohnsitz in Mannheim bis zu seiner Verhaftung im Januar 1935 war die Lange R\u00f6tterstr. 22. \r\nNoch in Haft wurde er vom Oberlandesgericht Karlsruhe am 18.07.1935 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 3 \u0153 Jahren Zuchthaus verurteilt. \r\n\r\nDie Verhaftungen im Winter 1934 auf 1935 hatten schlimme Folgen f\u00fcr jeden einzelnen der Inhaftierten und besonders f\u00fcr die betroffenen Familien. Die illegalen Gruppen der IAH und der Roten Hilfe versuchten, die gr\u00f6\u00dfte Not zu lindern. Vor allem im Stadtteil Waldhof wurden Sammlungen von Geld und Lebensmitteln durchgef\u00fchrt. Ebenso in Orten des Landkreises. Dort bestanden aktive Gruppen der Roten Hilfe, es wurde sogar eine eigene Zeitung herausgegeben. F\u00fcr die Kinder der politischen Gefangenen wurden Patenschaften organisiert. Auch in den Betrieben sammelte man Solidarit\u00e4tsspenden. Die Kommunisten und auch Parteilose des Betriebes Motorkondensator unterst\u00fctzten zum Beispiel die Frau des verhafteten Friedrich D\u00fcrr. Auch diese Sammlungen mussten wie jede andere antifaschistische Aktivit\u00e4t unter Beachtung konspirativer Regeln durchgef\u00fchrt werden. \r\n\r\nJene Strafe musste er im Zuchthaus in Bruchsal absitzen, anschlie\u00dfend wurde er aufgrund seines Nichtzusammenarbeitens mit dem Justizapparat, dem er eine Aussage \u00fcber die KPD-Strukturen verweigerte, in Konzentrationslager deportiert. \r\nZuerst wurde er in das Au\u00dfenlager Aschendorf des Konzentrationslagers Esterwegen deportiert, ab dem 30.07.1938 wurde er im Konzentrationslager Dachau unter der H\u00e4ftlingsnummer 308 gef\u00fchrt. \r\nEr musste Zwangsarbeit in der Waffenwerkstatt der SS leisten, suchte aber von Anfang an dies zu nutzen, in dem er \u00fcber Pl\u00e4ne zu einer bewaffneten Erhebung gegen die SS im Konzentrationslager Dachau nachdachte. \r\nErmordet wurde er am 28.04.1945, nach f\u00fchrender Beteiligung am Dachauer Aufstand, der kurz vor der Befreiung durch die Alliierten als eine Erhebung der H\u00e4ftlinge des Konzentrationslagers zur Befreiung der Stadt Dachau begann. \r\nEin SS-Kommando erschoss Friedrich D\u00fcrr wie weitere Antifaschisten in den Stra\u00dfen Dachaus. Sp\u00e4ter erhielt er einen Gedenkstein vor dem Rathaus in Dachau, eine Stra\u00dfe in Dachau wurde nach Friedrich D\u00fcrr benannt. \r\n\r\nBibliographie: \r\nFritz Salm, Lothar H\u00fcneke und Heiner Storm, Mannheim in Geschichte und Gegenwart, Mannheim \r\nHans Holzhaider, \"Ein Tag an dem wir die Freiheit sehn\". In: S\u00fcddeutsche Zeitung, 4.\/5. Februar 1982, S.2 \r\nErich Matthias, Hermann Weber, Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, Mannheim 1984 \r\nFritz Salm, Im Schatten des Henkers. Widerstand in Mannheim gegen Faschismus und Krieg, Frankfurt am Main 1979","link":"https:\/\/juz-mannheim.de\/en\/author\/friedrich\/","slug":"friedrich","avatar_urls":{"24":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ad511b6ae9e602893d199f9a5957bf8f734f864643d21f34534946bd7666e649?s=24&d=retro&r=g","48":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ad511b6ae9e602893d199f9a5957bf8f734f864643d21f34534946bd7666e649?s=48&d=retro&r=g","96":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ad511b6ae9e602893d199f9a5957bf8f734f864643d21f34534946bd7666e649?s=96&d=retro&r=g"},"meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/juz-mannheim.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/juz-mannheim.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users"}]}}