{"id":2184,"date":"2015-11-25T15:31:14","date_gmt":"2015-11-25T14:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/juz-mannheim.de\/?p=2184"},"modified":"2015-11-25T15:32:31","modified_gmt":"2015-11-25T14:32:31","slug":"einladung-zur-offentlichen-pressekonferenz-des-bundnis-gegen-abschiebungen-mannheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juz-mannheim.de\/en\/einladung-zur-offentlichen-pressekonferenz-des-bundnis-gegen-abschiebungen-mannheim\/","title":{"rendered":"Einladung zur \u00f6ffentlichen Pressekonferenz des B\u00fcndnis gegen Abschiebungen Mannheim"},"content":{"rendered":"<div lang=\"x-unicode\">\n<div>\n<div>Hiermit teilen wir die Einladung zur \u00f6ffentlichen Pressekonferenz des B\u00fcndnis gegen Abschiebungen Mannheim:<\/div>\n<blockquote>\n<div>Hallo,<\/div>\n<div>Wir informieren euch hiermit \u00fcber die Pressekonferenz morgen, Donnerstag, 26.11.2015, 13.30 Uhr in der Alphornstra\u00dfe \u00a0 2 a, Mehrgenerationenhaus MA-Neckarstadt-West, N\u00e4he Neumarkt.<\/div>\n<div>Es geht um die Situation der Gefl\u00fcchteten (Missst\u00e4nde bez\u00fcglich der Unterbringung, Versorgung von Kranken, Besuchseinschr\u00e4nkungen usw.) auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen Kaserne Sullivan in MA, K\u00e4fertal-Wald.<\/div>\n<div>Kommt zahlreich. Es werden auch Gefl\u00fcchtete \u00fcber ihre Situation dort berichten. Das Mehrgenerationen ist gut erreichbaar,<\/div>\n<div>Kommt bitte m\u00f6glichst p\u00fcnktlich. drei Minuten von der Stra\u00dfenbahn-Haltestelle\u00a0 der Linie 2 am Neumarkt in der Neckarstadt-West.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>N\u00e4heres siehe unten.<br \/>\n<\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div>B\u00fcndnis gegen Abschiebungen (BgA) Mannheim<\/div>\n<div>Bitte kommt zu dieser \u00f6ffentlichen PK.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<\/blockquote>\n<div>\n<blockquote>\n<style type=\"text\/css\"><!--\nP { margin-bottom: 0.21cm; direction: ltr; color: rgb(0, 0, 0); }P.western { font-family: \"Times New Roman\",serif; font-size: 12pt; }P.cjk { font-family: \"Lucida Sans Unicode\"; font-size: 12pt; }P.ctl { font-family: \"Mangal\"; font-size: 12pt; }A:link {  }\n--><\/style>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><b>Mitteilung an die Medien und Einladung zur Pressekonferenz<br \/>\nZur Lage der Gefl\u00fcchteten auf dem Sullivan-Gel\u00e4nde in Mannheim.<br \/>\nam Donnerstag, den 26.11.2015, 13.30 Uhr<br \/>\nAlphornstra\u00dfe 2 a (Mehrgenerationen-Haus), EG. Mannheim-Neckarstadt-West, 68169 <\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Auf dem Gel\u00e4nde der fr\u00fcheren Sullivan-Kaserne in Ma-K\u00e4fertal-Wald sollen etwa 1900 Asylsuchende untergebracht sein. Es handelt sich hier um eine BEA (Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle), die vom Regierungspr\u00e4sidium Karlsruhe verwaltet wird.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hier ist im Auftrag des RP die bundesweit t\u00e4tige Sicherheitsfirma Ciborius mit Firmensitz in Frankfurt aktiv.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Es gibt keine anderen Organisationen auf dem Gel\u00e4nde, keine Hilfsorganisationen und keine kirchlichen oder sonstigen Organisationen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wir haben vor kurzem mit zwanzig dort untergebrachten Fl\u00fcchtlingen gesprochen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Sie sind gro\u00dfenteils aus Syrien und haben uns auf gravierende Missst\u00e4nde hinsichtlich der Unterbringung aufmerksam gemacht und uns gebeten diese zusammen mit ihnen auch \u00f6ffentlich zu machen mit dem Ziel, sie schnellstm\u00f6glich abzuschaffen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Die Fl\u00fcchtlinge haben uns gegen\u00fcber folgende Missst\u00e4nde hervorgehoben:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Unterbringung auf engstem Raum<\/b>.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Bis zu drei Familien sind in einem Zimmer untergebracht. Manchmal werden auch Einzelpersonen zusammen mit einer Familie in einem Zimmer untergebracht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Essen<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Das <b>Essen ist<\/b> schlecht, oft ungenie\u00dfbar. Es wird zweimal am Tage abgepacktes Essen ausgegeben: zum Fr\u00fchst\u00fcck und mittags, wobei das Abendessen gleich mit ausgegeben wird. Es besteht Mangel an Babynahrung.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Trinkwasser<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Ein Asylsuchender hat selbst gesehen, dass ein Beh\u00e4lter mit Wasser als Trinkwasserbeh\u00e4lter deklariert wurde. Diese Kennzeichnung wurde sp\u00e4ter vom Gesundheitsamt wieder entfernt, weil das Wasser zum Trinken ungeeignet gewesen sei.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Mangelhafte \u00e4rztliche Versorgung<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">F\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge gibt es nur einen einzigen Allgemeinmediziner, der t\u00e4glich lediglich 4 Stunden dort Sprechstunde abh\u00e4lt. Es gibt dort keine Fach\u00e4rzte. Einer Frau, die im neunten Monat schwanger ist und einen Frauenarzt aufsuchen wollte, wurde dies verwehrt. Begr\u00fcndet wurde dies damit, dass sie noch nicht registriert sei.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Einer anderen Frau, die starke Unterleibsschmerzen hatte, wurde ebenfalls der Besuch eines Frauenarztes verweigert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Einer dritten Frau, wurde, obwohl sie nachgewiesen herzkrank ist, ebenfalls der Facharztbesuch verweigert. Die Frau f\u00e4llt oft um und braucht dringend Medikamente.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Diese Frauen sind inzwischen in das Patrik-Henry-Village in Heidelberg verlegt worden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Einem Mann mit offener Wunde, der direkt aus dem Krankenhaus kam und Nachsorge-Termine verordnet bekommen hatte, wurde ein Arztbesuch verweigert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Registrierung und Bargeld<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Die meisten Bewohner*innen waren zum Zeitpunkt, als sie zu uns kamen und um Rat fragten, noch nicht registriert, obwohl sie schon einen Monat auf dem Gel\u00e4nde lebten. Einige kamen vorher bereits aus einem anderen Lager und sind nun seit 80 Tagen nicht registriert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Wer nicht registriert ist, erh\u00e4lt \u00fcberhaupt kein Bargeld, auch kein Taschengeld. Bargeld gibt es nur einmal im Monat.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Mangel an Hygieneartikeln<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Es gibt nicht gen\u00fcgend Hygieneartikel, auch zu wenig Windeln f\u00fcr S\u00e4uglinge.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Verweigerung des Zutritts von Besucher*innen<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Besucher*innenn wird rigoros der Zutritt zum Lager verwehrt, auch wenn sie ihren Ausweis zeigen und sie von Bewohner*innen begleitet werden!<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Respektloser Umgang mit den Gefl\u00fcchteten<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Die Asylsuchenden haben oft keine Ansprechpartner au\u00dfer den Security-Mitarbeitern. Bei Beschwerden kriegen sie manchmal zur Antwort. \u201eDann sucht euch ein Hotel\u201c (!) Am 23.11.2015 beschuldigte ein Wachmann w\u00e4hrend eines Protests gegen die Zust\u00e4nde auf dem Gel\u00e4nde Fl\u00fcchtlinge, ihn gekickt zu haben, wobei die Polizei ihm keinen Glauben schenkte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Kleiderausgabe<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Kleidung wird willk\u00fcrlich, ungerecht und oft nicht nach dem jeweiligen Bedarf verteilt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>Unser Besuch im Lager (ehemalige Sullivan-Kaserne) am 24.11.2015<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wir konnten heute mit zwei Stadtr\u00e4ten der Partei Die Gr\u00fcnen, zwei Angestellten des Sozialamts und dem f\u00fcr alle Lager in Mannheim zust\u00e4ndigen Vertreter des Regierungspr\u00e4sidiums Karlsruhe das Lager betreten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wir haben auch die angef\u00fchrten M\u00e4ngel zur Sprache gebracht. Die Kritik der Gefl\u00fcchteten an ihrer Unterbringung konnte dabei nicht entkr\u00e4ftet werden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0So haben wir zum Beispiel uns selbst davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass in einem Raum von ungef\u00e4hr 25 qm 12 Stockbetten- also je zwei Betten \u00fcbereinander \u2013 standen! Das ergibt zwei Quadratmeter pro Bewohner.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Die Registrierungen der Gefl\u00fcchteten sollen inzwischen innerhalb von 10 Tagen durchgef\u00fchrt werden. Ob dies zutrifft, wissen wir nicht. Uns fiel auf, dass die Menschen im Freien in einer langen Schlange warten mussten, was bei den heute herrschenden Temperatur unter Null Grad eine Zumutung f\u00fcr die Wartenden war!<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Die sanit\u00e4re Versorgung mit einigen Dixie-Klos und wenigen Behelfs-Duschen war unzureichend.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Die Erschwerung von Besuchen \u2013 diese m\u00fcssen im Regelfall Tage vorher schriftlich angemeldet werden &#8211; beschr\u00e4nkt in unn\u00f6tiger Weise den Alltag der dort Untergebrachten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<b>F\u00fcr uns ergibt sich als Fazit:<\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Die Unterbringung in Lagern ist generell unzumutbar. Dies k\u00f6nnte schnell ge\u00e4ndert werden, wenn die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden nur wollten. Leerer Wohnraum ist ausreichend vorhanden. Die enge Unterbringung ist absolut inakzeptabel. Die Versorgung im Krankheitsfall ist mangelhaft und diskriminierend.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><b>Wir fordern den Zugang der Gefl\u00fcchteten zu Fach\u00e4rzten und Kliniken von Anfang an, sobald sie in Deutschland angekommen sind. <\/b><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wir haben erfahren, dass das Mannheimer Klinikum das Lager auf Sullivan f\u00fcr die Unterbringung von Familien mit Kindern f\u00fcr ungeeignet h\u00e4lt und dies bereits dem RP mitgeteilt hat.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Die betroffenen Gefl\u00fcchteten sollten in die Organisation ihres Alltags einbezogen werden. Sie sind Menschen und keine Sachen. \u00dcbertriebene Kontrolle und Erschwerung von Kontakten nach drau\u00dfen mit der Mehrheitsbev\u00f6lkerung entm\u00fcndigt die Gefl\u00fcchteten, verst\u00e4rkt ihre Isolation und stigmatisiert sie.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Diese Art von Unterbringung ermuntert Rassisten und Faschisten aller Couleur zu \u00dcbergriffen, wenn nicht dort, dann anderswo. Die Sicherheit der Betroffenen Gefl\u00fcchteten wird durch die Unterbringung in einem Lager keineswegs gef\u00f6rdert, eher wird das Gegenteil bewirkt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0B\u00fcndnis gegen Abschiebungen Mannheim<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Email-Adresse: <span style=\"color: #000080;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"mailto:bleiberechtsbuendnis@web.de\">bleiberechtsbuendnis@web.de<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0Mannheim, den 24-11-2015<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hiermit teilen wir die Einladung zur \u00f6ffentlichen Pressekonferenz des B\u00fcndnis gegen Abschiebungen Mannheim: Hallo, Wir informieren euch hiermit \u00fcber die Pressekonferenz morgen, Donnerstag, 26.11.2015, 13.30 Uhr in der Alphornstra\u00dfe \u00a0 2 a, Mehrgenerationenhaus MA-Neckarstadt-West, N\u00e4he Neumarkt. 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