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Pressemitteilung des Netzwerks für Demokratie und Courage e.V.

08. September 2015

 Jugendherberge Düsseldorf duldet Neonazi. Engagierte von Anti-Diskriminierungs-Netzwerk verlassen diese um Zeichen zu setzen.

 Dresden/Düsseldorf. Am Samstag, 5. September haben 37 Ehrenamtliche des Netzwerks für Demokratie und Courage e.V. (NDC) die Jugendherberge in Düsseldorf verlassen, nachdem sich die Herbergsleitung weigerte, einen bekennenden Neonazi des Hauses zu verweisen. Vorausgegangen waren mehrere Gespräche mit Verantwortlichen der Jugendherberge, in denen sich die Ehrenamtlichen über den Neonazi und seine Begleiter beschwerten, die angetrunkenen waren und bedrohlich wirkten.

 „Es ist unerträglich, dass fast täglich Flüchtlingsunterkünfte brennen und Menschen noch immer denken, dass von Neonazis keine Gefahr ausgeht“, meinte Andreas Stäbe (Bundesgeschäftsführer des NDC) nach dem Vorfall.

DemokratInnen ziehen aus

Die Ehrenamtlichen des bundesweit politische Bildungsangebote umsetzenden Netzwerks trafen sich in Düsseldorf, um zu besprechen, wie sie aktuelle politische Ereignisse in ihre antirassistische Bildungsarbeit integrieren können. Am Samstagvormittag bemerkten einzelne TeilnehmerInnen einschlägige Tattoos und Kleidung der Neonaziszene innerhalb einer Gruppe angetrunkener Hausgäste. Unter den anderen Gästen und Mitarbeitenden der Jugendherberge befanden sich mehrere Personen, die nicht in das Weltbild von Neonazis passen und somit potenziell gefährdet sind. Im Gespräch mit den NDC-Ehrenamtlichen äußerten einige von ihnen eigene Ängste und Unsicherheiten. Unter dem Verweis, dass das offene zur Schau stellen neonazistischer Symbole Menschen gezielt einschüchtert, forderten die Aktiven des Netzwerks für Demokratie und Courage e.V. die Verantwortlichen der Jugendherberge auf, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

„Menschen zu ermutigen, Neonazis nicht den öffentlichen Raum zu überlassen, ist Ziel unserer Bildungsarbeit. Deswegen war für uns klar, dass wir nicht wegschauen dürfen, wenn Menschen sich bedroht fühlen“, sagte Annika, Trainerin des NDC.

Kein Platz für Courage

„Zu unserem Bedauern, nahm der Leiter der Jugendherberge nicht den Neonazi und seine Begleiter, sondern unser Eingreifen als Problem wahr. Auch nach mehreren intensiven Gesprächen lenkte er nicht ein, weswegen wir keine andere Wahl hatten, als die Jugendherberge zu verlassen“, ergänzte Tom Ehrig, Trainer und Leiter der NDC-Tagung.

Der Geschäftsführer des NDC, Andreas Stäbe, sieht Handlungsbedarf bei den BetreiberInnen der Jugendherbergen:

„Ich wünsche mir von Jugendherbergen ein klares Konzept zum Umgang mit Neonazis und den Schutz Betroffener, so wie es beispielsweise in vielen Fußballstadien mit dem Verbot neonazistischer Symbolik bereits umgesetzt wird. Außerdem begrüße ich ausdrücklich die Entscheidung der Ehrenamtlichen, so deutlich Zivilcourage gezeigt zu haben“.

Haben Sie (Rück-)Fragen zu dieser Pressemitteilung oder wünschen Sie ein Gespräch? Wir stehen gern für Ihre Anfragen zur Verfügung. 

Kontakt- und Ansprechperson:

Tom Ehrig
Tel. 0351/4810068
E-Mail: tom[at]netzwerk-courage.de

NDC-Geschäftsstelle

Tel. 0351/4810060
E-Mail: info[at]netzwerk-courage.de

Hinweis zur Pressemitteilung
Dies ist eine Pressemitteilung des bundesweiten Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC). Dazu gehören NDC Baden-Württemberg, NDC Berlin-Brandenburg, NDC Hessen, NDC M-V, NDC NRW, NDC Rheinland-Pfalz, NDC Saarland, NDC Sachsen, NDC Sachsen-Anhalt, NDC Thüringen sowie NDC e.V.