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Das JUZ teilt als Kooperationspartner des Netzwerk für Demokratie und Courage Baden-Württemberg gerne die Halbjahresbilanz des bundesweiten Netzwerks – lest selbst:

Pressemitteilung – 9. Juli 2015

Den Sozialraum Schule als Ort der Begegnung, der Diskussion und der Solidarität ausbauen.
Dresden/Berlin.

Zum 30. Juni veröffentlicht das Netzwerk für Demokratie und Courage seine Halbjahresbilanz aus 650 Projekttagen an  Schulen ab Klassenstufe 5 und verweist auf aktuelle Diskurse in der Gesellschaft.
In einer kürzlich vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung veröffentlichten Studie „Deutschland postmigrantisch II“ (BIM) heißt es, dass junge Menschen unter 25 Jahren weniger anfällig sind für rassistische und diskriminierende Einstellungen1. Die Ablehnung von Muslimen ist in diesen Gruppen deutlich geringer als bei älteren Befragten. Ähnliche Beobachtungen ließen sich zuletzt auch bei Demonstrationen zum Thema Asyl und Migration machen. Auf der einen Seite standen junge Demonstrierende, die für das Recht auf Asyl kämpfen und auf der anderen Seite ältere  Demonstrierende, die dagegen sind.
Die AutorInnen der Studie diagnostizieren dem Sozialraum Schule eine hohe Bedeutung für die Akzeptanz von Heterogenität und Diversität. Andreas Stäbe vom Netzwerk für Demokratie und Courage bestätigt diese Annahme und führt die geringere Abwertungs- und Ausgrenzungsbereitschaft der Jugendlichen auch auf politische Bildungsangebote zurück: „Wir haben inzwischen in Deutschland eine gute Landschaft aufklärerischer und bildender Maßnahmen und Projekte an Schulen sowie in Jugendeinrichtungen.“ Mit Hilfe der Angebote, beispielsweise der Demokratie-Projekttage des NDC, können sich die Jugendlichen informieren, miteinander diskutieren und eigene politische Sichtweisen entwickeln. Dies gelinge insbesondere dann, wenn die Veranstaltungen auch von jungen Menschen moderiert werden, so Stäbe weiter. Das NDC bildet dazu TeamerInnen aus, die bis zum 30.6.2015 deutschlandweit bereits 650 Projekttage durchgeführt und mehr als 12.500 Jugendliche erreicht haben. „Wir beobachten regelmäßig in den Projekttagen, dass die Jugendlichen kontrovers und lebendig diskutieren. Die Projekttage bieten einen geschützten Raum, in dem es möglich ist, über eigene Bedürfnisse, Ängste und Wünsche zu sprechen“, sagt Andreas Stäbe. Erfreulich sei die hohe Bereitschaft, sich gegen Diskriminierung auszusprechen und zu engagieren. Die Jugendlichen zur Zivilcourage und zur Solidarität mit Betroffenen von Diskriminierung zu motivieren, sei auch Ziel des NDC, sagt Alex Schuster, ehrenamtliche Teamerin des NDC. Andreas Stäbe abschließend: „Ergebnisse wie die des BIM zeigen, wie wichtig es ist, den Sozialraum Schule als Ort der Begegnung, der Diskussion und der Solidarität auszubauen. Das NDC versteht sich als Partner der Schulen in diesem Prozess.“

Nachfolgend finden Sie einige Zahlen und Fakten der NDC-internen Evaluation aus dem 1. Halbjahr 2015.

Beteiligung der Jugendlichen
2/3 aller Jugendlichen bringen sich aktiv in den Projekttag ein und zeigen großes Interesse an den Inhalten.

Feedback der Jugendlichen
Fast 90% der Jugendlichen gefallen die Projekttage und geben ein positives Feedback.

Einstellungen der Jugendlichen
Vorurteile und diskriminierendes Denken gehören zur Lebenswelt der Jugendlichen. Knapp 1/3 zeigt ein hohes Bewusstsein dafür. 16% der Jugendlichen wollen sich hingegen kaum oder gar nicht damit auseinandersetzen. Für Argumentationen gegen Vorurteile sind 62% der Jugendlichen offen, während dies bei 38% nur zum Teil oder gar nicht der Fall ist.

Engagement der Jugendlichen
In mehr als jedem zweiten Projekttag zeigen die Jugendlichen mehrheitlich hohe Bereitschaft, sich gegen Rassismus und Diskriminierung auszusprechen und sich für eine menschenwürdige Gesellschaft zu engagieren.

Zugehörigkeiten zu Organisationen mit menschenverachtendem Hintergrund
13% der Jugendlichen zeigen Anzeichen für eine Mitgliedschaft oder eine Sympathie für eine Gruppierung mit menschenverachtendem Hintergrund. Indizien dafür sind z.B. Diskussionsbeiträge, Kleidung und Symbole sowie die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen.

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Kontakt und Informationen zum NDC
Das Netzwerk für Demokratie und Courage ist ein bundesweites Netzwerk verschiedener Organisationen und Personen und gegenwärtig in elf Bundesländern aktiv. Ihre Anfrage(n) richten Sie bitte entweder an die NDC-Bundesgeschäftsstelle in Dresden oder an die für Ihre Region zuständige Landesnetzstelle.
NDC-Bundesgeschäftsstelle
Ansprechperson: Benjamin Winkler
Tel. 0351/4810062
E-Mail: info@netzwerk-courage.de
Internet: www.netzwerk-courage.de
Hier finden Sie eine Übersicht aller NDC-Landesnetzstellen.